Archive for December, 2006

heimfahrer 2.0

back in berlin. Ab heute in Vorbereitung für den Jahreswechsel. Kann allen anderen Heimfahrern nur die Lektüre dieses Beitrags ans Herz legen. Vielleicht erkennt der ein oder andere Parallelen, wenn er den Namen seiner Heimatstadt einsetzt. Sehr amüsant.

Bon Nadel!

Was auch immer man von diesem Fest halten mag, zumindest Kinder macht es ja doch immer wieder glücklich. Und wenn man das dann selbst als Weihnachtsmann bei der Nachbarstochter miterlebt, erkennt man wenigstens in dem Moment einen Sinn. Der Weihnachtsmannbezirk Mittelholstein gilt damit als abgehakt.
In diesem Sinne allen frohe Weihnachten, macht Euch ein paar entspannte Tage! Silvester wird hart!

frohe_weihnachten.jpg

heimfahrer

Wenn schon am Kollwitzplatz Plakate hängen, auf denen - doch ein wenig boshaft beleidigt ob der vielen Prenzl’berg-Schwaben - allen Weihnachtsheimfahrern eine gute Reise gewünscht wird, dann muss man sich erst recht als solcher outen. Nun bin ich also in meiner Heimat. Gekommen bin ich mit einem treuen Überlandbummelzug, dessen Fahrgast ich schon seit Jahren nicht mehr war. Dieses Verkehrsmittel hält wirklich für jeden Bauernhof einmal an und wenn sich die Türen zum Ein- bzw. Ausstieg öffnen, duftet es unwiderstehlich nach Dung. Heimat eben.

kaiserlich fernsehen

Normalerweise bin ich niemand, der andere Menschen zum Fernsehen verleitet. Heute muss ich da mal eine Ausnahme machen. Denn heute abend werden die beiden - in meinen Augen - größten Persönlichkeiten im deutschen Fernsehen gemeinsam die Lage der Nation analysieren. Harald Schmidt als Harald Schmidt und Olli Dittrich als Franz Beckenbauer. Ein bißchen erinnerte mich das Konzept an Dittrichs Auftritte bei RTL Samstag Nacht in “Zwei Stühle, eine Meinung”. Da das aber damals schon großartig war, kann es heute nur noch besser sein. Viel Spaß beim Pflichttermin heute um 22.45h in der ARD.

fluchen beim buchen

Wie schön waren doch die Zeiten als ich noch einen sogenannten Dienstausweis mein eigen nennen konnte? Damals - als Zivildienstleistender - war es nicht einmal vonnöten, sich auch nur in irgendeiner Weise vorzubereiten, wenn ich mal den Weg in meine Heimat antreten wollte. Lediglich zum Bahnhof musste ich fahren und in den richtigen Zug einsteigen. “Familienheimfahrt” hieß das und es wurde selbstverständlich ausschließlich der ICE genutzt. Auch, wenn ein anderer Zug früher angekommen wäre, der nächste ICE war es mir immer wert. Heute ist das alles ein wenig anders. Mein Dienstausweis ist lange vergilbt (und in meiner ehemaligen Dienststelle sicher verwahrt, Eingeweihte könnten dies als Präventionsmaßnahme betrachten) und mittlerweile besitze ich nicht einmal mehr eine Bahncard. Das Unternehmen Heimfahrt gestaltet sich daher jedes Mal recht kompliziert. Die vergebliche Suche nach einer direkten Busverbindung in mein Heimatdorfmeine Heimatstadt, die verzweifelte Suche nach einer halbwegs erschwinglichen Bahnverbindung und letztlich die verabscheute Suche nach passenden Mitfahrgelegenheiten. Irgendwie kann ich mich mit dem Status Mitfahrer nicht mehr so recht anfreunden. Das Angewiesensein auf andere Leute, diese nervtötenden Smalltalk-Gespräche in viel zu engen bei Autovermietungen sicher in der Kategorie “mini” zu finden Gefährten, die Halsabschneider von Fahrern (vier Leute in den Polo quetschen und dann 15 Euro vom U-Bhf. Wannsee nach Hamburg U-Bhf. Ritterstraße nehmen). Alles zum Kotzen. Vielleicht hab’ ich das Ganze aber einfach auch schon zu oft gemacht. Dennoch ist es oft die günstigste Möglichkeit von A nach B zu kommen (abgesehen vom Trampen, aber dafür fehlt mir die Zeit). Und manchmal ist es auch gar nicht so schlimm. Diesmal werde ich wohl den Bus nehmen. Dazu muss ich mich zwar recht früh auf den Weg machen (Abfahrt 8h morgens), dafür fährt er fast direkt vor der Haustür ab. Und teurer als die Mitfahrangebote ist es unter Umständen gar nicht. Trotzdem hätte ich gerne meinen Dienstausweis zurück.

Die besseren Erkenntnisse des Wochenendes: einen wunderbaren Einstieg ins Wochenende bekommt man auf einem Weihnachtsmarkt in einem historischen Gebäude (Villa Elisabeth in der Invalidenstraße), auf dem Designer verkaufen (alles 3 bis 33 Euro) und für Essen, Getränke, Geschenke, Optisches und Musik gesorgt ist. Am Freitag abend sogar durch einen Auftritt der Puppetmastaz. Gab’s leider nur dieses Wochenende, wollte ich aber trotzdem erwähnt haben.

Samstags in Berlin findet wohl jeder eine Beschäftigung, die einem den Sonntag versaut. Insofern war da die Party in meiner Ex-WG nur eine der zahlreichen Möglichkeiten. Allerdings muss der Sonntag nicht gänzlich aus dem Kalender gestrichen werden. Denn dank der neuen Regelung der Ladenschlusszeiten in Berlin konnte man bei Dussmann jeden Tag bis 2h nachts und an den Wochenenden vor Weihnachten quasi rund um die Uhr einkaufen. Hammer!

Die letzte Neuigkeit ist eher für die kommenden Wochenenden: Der Tresor macht wieder auf! Der Technotempel der 90er Jahre hat eine neue Location gefunden, ein altes Heizkraftwerk an der Spree bei mir um die Ecke. Und obwohl ich sicher nicht der techno-affinste Typ bin, werde ich mir das mit Sicherheit ansehen, bevor das Ding wieder “für immer” schließt. (via hauptstadtblog)

der messias

Samstag morgen. Ca. 11:20h. Es klingelt an der Haustür. Hmm, könnte ja das Weihnachtsgeschenk für … sein, dass via ebay und Deutsche Post irgendwann eintreffen müsste. Ich stehe also auf und drücke den Türöffner für die Haustür. Nichts passiert. Scheiße! Hab’ ich wieder in guter, weil egoistischer Absicht einem Reklameverteiler die Tür aufgemacht. Und das am Samstag morgen. Irrtum! Kurz darauf klingelt es doch an der Wohnungstür. Das vor der Tür stehende Paar Menschen war wohl recht überrascht als ich - vielleicht ein wenig unzivilisiert aussehend, jedenfalls nur in Boxer-Shorts - ihre Frage, ob ich französisch spräche mit “ja” beantworte. Dann erzählt Claude mir messias2.jpgirgendwas von Menschen hier im Viertel, die … - und zieht dabei ein mir sonst nur von den Zeugen Jehovas bekanntes Heft aus der Tasche. Darauf, dass mir heute morgen französische Missionare die wa(h)re Religion überbringen, hatte ich mich ja quasi auch schonmessias.jpg gestern abend gefreut. Um sie dann doch relativ schnell wieder loszuwerden, nehme ich ihm eines seiner Zettelchen ab und wünsche ihnen einen schönen Tag. In dieser Broschüre wird das Ende der falschen Religion verkündet und natürlich die richtige erklärt. Ich hab’ das zwar nicht gelesen, aber die Bilder reichen ja schon zum Verstehen aus, denke ich. Ich bin bekehrt.

le tram

Incroyable! Chapeau! Paris hat eine Straßenbahn! Diese zweifelsohne weltbewegende Neuigkeit musste ich heute morgen lesen. Nachdem die Pariser alle Straßenbahnen vor 60 Jahren zugunsten der doch viel moderneren Automobile aus der Stadt verbannt hatten, feiern sie sie heute als Innovation. tram_paris.jpgDass die Tram allerdings - die gesamte Ampelschaltung ist auf sie ausgerichtet - eigentlich den Verkehr behindert (ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich Anfang des Jahres über die Baustelle der Trasse inmitten der Straße stolperte/kletterte) und dass sie auch nur im äußersten Süden von der Pont Gariglino (15.Arrondissement) über die Cité Universitaire (14.Arrondissement) bis zur Porte d’Ivry (13. Arrondissement) verkehrt, interessiert mal wieder niemanden. Hauptsache Monsieur Chirac weiht das Ding ein. Wenigstens erhielt ich durch den Artikel die numerische Bestätigung dessen, was ich schon lange wusste, nur eben nicht genau: Die Fläche Berlins ist mehr als acht Mal so groß wie die Paris’. Im rückständigen Berlin gibt es übrigens seit 1865 Straßenbahnen. Nur im Westen wurden sie irgendwann weitestgehend abgeschafft. Im Osten nie.

tempo

Ich konnte mich daran erinnern, irgendwo schon einmal davon gelesen zu haben - vielleicht hier. Als ich dann am Sonntag allerdings vom Niggelaus noch einmal eindringlich darauf hingewiesen wurde, habe ich sie mir besorgt - die Jubiläumsausgabe von TEMPO,tempo cover einer Zeitschrift, die es seit zehn Jahren eigentlich nicht mehr gibt. Und auch jetzt nur diese eine Jubiläumsausgabe. Die Autorenriege spricht für sich und optisch ist es allemal ein Genuss. Ob das Heft nun gut oder schlecht ist, bleibt jeder Einschätzung selbst überlassen. Einen Anspruch erfüllt es allemal, seinen Titel: Die Wahrheit. Vielleicht nicht an jeder Stelle (kann ich auch nicht beurteilen, gelesen habe ich bisher nur das wenigste), aber hier und da mit Sicherheit. Und wenn auch einige das möglicherweise anders sehen, ich denke, dass diese 4,50 Euro gut investiert sind.
Zum Beispiel in der Kategorie “Helden und Verräter” von 1996 bis 2006 gefallen die Zitate “Campino ist die Sabine Christiansen des Punk” oder “Das Bild (Steven Meisels) von Madonna nackt am Hubschrauber sagt mehr über die Frau aus als die Mona Lisa”. Oder “Ohne Salt-N-Pepa würde Missy Elliott heute nur ein Nagelstudio betreiben”. Ich könnte noch lange so weiter machen. Je mehr ich lese, desto mehr finde ich.

up to date

So, dann gehe ich mal zum Tagwerk über. Zunächst der Hinweis, dass - anders als beim alten blog - jetzt die Möglichkeit besteht einen sogenannten RSS-Feed zu abonnieren. Dazu muss man entweder unten (im Footer) auf RSS Entries (irgendwie ja auch logisch) oder auf das kleine orangefarbene Kästchen oben rechts klicken. Oder heute einfach mal hier. Dann fügt man ein Lesezeichen in seinem Browser hinzu und kann in der Folge sehen, wann hier ein neuer Post hinzugefügt wurde. Ist ganz praktisch, wenn man nicht dauernd “umsonst” auf die seite surfen möchte, sondern nur dann, wenn es etwas Neues und somit Unbekanntes zu sehen gibt. Allerdings muss das vom entsprechenden Browser unterstützt werden. Die gängigen tun dies aber.

back in web

Es ist vollbracht! Nach monatelanger Abstinenz habe ich es endlich geschafft, ein neues weblog ins Leben zu rufen. Das alte Pariser soll - wie auch damals schon angekündigt - ein in sich geschlossenes Werk bleiben, das ich eventuell später als subsection noch hier integrieren werde.
Dass ich erst Ende des Jahres dazu gekommen bin, mich mit allem für meine neue Vorstellung von blog Notwendigem auseindanderzusetzen, hat verschiedene Gründe. Angefangen hat es mit der WM, einem der dem besten Sommer meines Lebens, der letztendlich erfolgreichen Wohnungssuche, Umzug, gelinde gesagt “IT-Problemen” (wenn ich diesen versatel-Flatrater mal irgendwann erwischen sollte, könnte es gut sein, dass ich mal eine Pazifismus-Ausnahme machen muss) und dann mit meiner neuen vernunft- und ergebnisorientierten Interpretation von Studium. Letztgenannte wird sich in Zukunft allerdings noch stärker ausprägen, so dass ich nicht all zu viel Zeit haben werde, nebenbei Unsinn im Netz zu verzapfen. Dennoch war es mir ein Anliegen, mein unnützes Wissen wieder der Öffentlichkeit preiszugeben. Im Vergleich mit meinem doch eher tagebuchartig geführten “Ex-blog” werden diesmal Abstriche gemacht werden müssen bei der Intimität sowie der Frequenz der Einträge. Es wird natürlich auch um mich gehen, das ist dem unter bloggenden Menschen grassierenden Mitteilungsbedürfnis geschuldet. Jedoch wird es auch einfach um Dinge gehen, die ich in der wirklichen und/oder der virtuellen Welt entdecke und es für angemessen halte, diese mit anderen Menschen zu teilen.
Ich habe mich längere Zeit mit Domains, Datenbanken, Layouts etc. auseinandergesetzt und bin mit dieser Version zum ersten Mal annähernd zufrieden. Da ich nicht noch länger damit warten wollte online zu gehen, kann es also durchaus sein, dass ich später noch an einigen Dingen bis zu meiner endgültigen Befriedigung herumschraube. Ohnehin wird hier alles anfangs ein bißchen “learning by doing” laufen.
Für die des blog Lesens Ungeübte werde ich nach und nach alles erklären. Das Gros sollte sich jedoch von selbst erschließen. Ich empfehle noch einen Blick in das Menü an der Seite. Einige von Euch werden mit den dort verlinkten blogs sicherlich auch ihren Spaß haben. Das soll es dann auch erstmal gewesen sein mit dem ersten Beitrag. Ab sofort gibt es wieder regelmäßig Einträge, die das Leben schöner machen.