Archive for January, 2007

tschö jupp!

Ich mache ja bekanntlich keinen Hehl um meine Sympathien für Bor. M’gladbach und folglich wird es auch niemanden verwundern, dass die letzten Bundesliga-Wochen eher frustrierend waren. Heute endlich die logische Konsequenz: Jupp Heynckes musste gehen! Unbestritten der Verdienste, die er um den Verein hat, ist das durchweg positiv. Denn es war doch mehr als offensichtlich, dass er als Trainer heute - wie sagt man so schön - die Mannschaft nicht mehr erreichte. jupp.jpgNur kann man sich das bei Jupp eben so schön bildlich vorstellen. Auch das Gerücht (vom Niggelaus), dass Jupp Heynckes so funktioniert wie George Bush scheint nicht unvorstellbar. Und die große Zeit des Jupp Heynckes in Mönchengladbach liegt einfach einige Jahrzehnte zurück. Am gleichen Tag ist dann auch - glaubt man den Gerüchten in der Presse - ein Trainerwechsel bei Bayern München erfolgt: Für den zuletzt für Münchner Verhältnisse erfolglosen Felix Magath kehrt Ottmar Hitzfeld in die Bundesliga zurück. Man wird sehen. In Gladbach kann man nur hoffen, dass jetzt eine zukunftsträchtige Lösung gefunden wird. Und bitte nicht wieder einer aus der Kategorie Holger Fach. Dann schon lieber Peter Neururer.

schland!!!!

Heute ab 17.30h bitte supporten!

Deutschland vs. Spanien (live in der ARD)

Viertelfinale der Handball-Weltmeisterschaft. Und danach ein weiteres sehenswertes Spiel direkt im Anschluss (20.00h Frankreich vs. Kroatien). Naja, zum Kühlschrank wird man’s zwischendurch schaffen.

frisdiskutiert

Nach langer Abstinenz raffe ich mich auf und gehe zum Friseur. Das kostet jedes Mal Überwindung, denn in den hippen Berliner Friseurläden (Warum ist eigentlich jeder zweite Gewerbebetrieb im Friedrichshain ein Friseur?) kommt man sich eigentlich immer coolnessmäßig vor als käme man vom Dorf. Komme ich zwar auch, aber normalerweise kann man in Dienstleistungsbetrieben jeglicher Art jeweils die Distanz zum Anbieter respektive anderen Konsumenten wahren. Das geht eben beim Friseur meist nicht. Und deshalb sind die ersten schamgeprägten paar Minuten, der Weg, die Kohle, die Gespräche mit dem Friseur/der Friseurin (heißt jetzt so, oder?) immer ein Grund seine Haare “doch gar nicht so lang” zu finden. Ich gehe nicht zu irgendwelchen Stylo-Cut&Go-LatteMacchiato-Läden und heute war das ganze sehr angenehm, da amüsant. Da setze ich mich in den einen der beiden vorhandenen Friseur-Stühle, neben mir wird gerade ein junger Mann mit einem, ich würde mal sagen, Berlin-Mitte-Schnitt bedient. Und zwar von einem jüngeren Mädel. Für mich war dementsprechend der auch nicht viel ältere, aber wohl erfahrenere Kollege zuständig. Ich kann in ca. zwei Sätzen erklären, was ich gerne möchte. Der junge Mann neben mir brauchte etwa 25. Dass Frieseurinnen meist nicht vor ihrer Karriere Nobelpreise in ihren Vitrinen stapelten, dürfte bekannt sein. Aus dem von dem Herren neben mir vorgebrachten Wunsch wäre aber auch jemand mit preisgefüllter Vitrine nicht schlau geworden. “Also hier soll’s dann ein bißchen länger, die Haare die darüber liegen aber nicht und nur die hier an der Seite, damit ich die dann so ‘rüberkämmen kann…” und so weiter und so weiter. Die Dame tat wie ihr geheissen und legte einfach mal los. Hätte ich - im Übrigen - genauso gemacht, merkt der Idiot eh nicht. Ich war nach 10 Minuten quasi fertig, ein bißchen Feintuning noch und dann konnte ich mich auch schon in den allbekannten Spiegeln bewundern. Da war man nebenan im Rahmen der Diskussion “Du hast jetzt aber die, die eigentlich lang bleiben sollten, schon abgeschnitten, aber da hinten hast Du gar nicht das gemacht, was ich meinte” schon so weit vorgedrungen, dass der Kunde ein TimeOut beantragte und nach dem mit mir beschäftigten “erfahrenen” Kollegen verlangte. Ich bin dann mal los, die Fremdscham wegen der sicherlich noch folgenden Preisverhandlung wollte ich mir dann nicht auch noch geben (bei meinem Friseur kann man jeden Preis verhandeln). Es hat schon Vorteile, wenn man dank Geheimratsecken oder sonstiger Makel in der Auswahl seiner Frisur beschränkt ist. Dann ist man wenigstens nicht so ein Vollidiot, der arme Friseurinnen in den Wahnsinn treibt.

wii want it all

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wer versteht die welt?

Jetzt ist er doch noch gekommen, der fiese Berliner Winter. Komischerweise nach dem Frühling, der schon da war, aber egal. Nicht nur, weil ich endlich mein gesamtes Bekleidungs-Equipment einem echten Härtetest unterziehen kann, auch weil es dann allein der Temperatur wegen in der Bibliothek angenehmer ist als draußen und weil das nach-Hause-kommen den maximalen Wohlfühl-Faktor (so heisst das wohl derzeit) erhält, kommt mir das zupass. Das kann auch ein Aufsatz über den sogenannten Bonifatius-Fall (ein Pfarrer vermacht seine Wertpapiere dem Bonifatius-Verein kurz vor seinem Tod, seine Erbin verlangt die Wertpapiere vom Verein heraus) nicht beeinflussen. Der Fall stammt aus dem Jahr 1910, damals war man wohl so drauf, dachte ich. Schlägt man allerdings die Zeitung von heute (also 2007, knapp 100 Jahre später) auf, liest man von einer hysterischen Meute, die an den Strand geschwemmtes Frachtgut an der englischen Küste einsammelt und bei ebay verkauft. Dass das Eigentum an den Sachen so was von eindeutig bei den ursprünglichen Eigentümern verbleibt, könnte ich jetzt genau erklären, es erschließt sich aber auch jedem Laien. Die Menschen haben es also immer noch nicht gelernt, sogar müsste man die Erbin von damals in Schutz nehmen, die Rechtslage in diesem Fall ist heftig umstritten.

Alldieweil ist morgen schon wieder Mittwoch, und damit die Hälfte der Woche wieder vorbei. Gefällt mir. Am Wochenende ist Elternbesuch zu erwarten, heißt Restaurantbesuch kann wohl eingeplant werden. Wenn jemandem noch außergewöhnliche Kulturereignisse am Wochenende, die nicht auf herkömmlichen Wegen zu erfahren sind, bekannt sein sollten, möge er es mir doch bitte mitteilen. Auch das ist Teil der begriffsverdrehten elterlichen Fürsorge.

dutschke lebt

Besonders glücklich war ich ja nicht heute als ich daran erinnert wurde, dass heute alle Bürger des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg aufgerufen waren, mittels eines Bürgerentscheids eine mehr oder weniger wichtige politische Entscheidung zu treffen. Um es kurz zu erklären: In der sogenannten Bezirksverordnetenversammlung (das ist das Parlament des Stadtteils, der hier Bezirk heißt und ungefähr Kommunenqualität hat) hat ein Antrag von PDS und Bündnis90/Die Grünen Erfolg gehabt, der vorsah, einen Teil der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße umzubenennen. Daraufhin hat die CDU Unterschriften gesammelt und diesen Bürgerentscheid herbeigeführt, der darauf abzielte, die in der Bezirksverordnetenversammlung beschlossene Namensänderung der Straße zurückzunehmen. Glücklich war ich deshalb nicht, weil ich meinen Plan, das Haus nicht zu verlassen, leider nicht umsetzen konnte. Natürlich hätte ich auch nicht hingehen können, aber dann hätte ich auf mein demokratisches Recht verzichtet. Und das kann ich ja nicht. Mir ist es auch relativ egal wie die Straße heisst, nur die Tatsache, dass nach der Umbenennung der Straße diese an die Axel-Springer-Straße und damit auch ans Axel-Springer-Haus grenzt, finde ich ganz amüsant. Vor allem bin ich aber abstimmen gegangen, weil ich den bürokratischen Aufwand, der für ein aussichtsloses Unterfangen betrieben wird und lediglich aus politischer Unfähigkeit, parlamentarische Mehrheiten zu schaffen resultiert, für absolut schwachsinnig halte. Deshalb musste dem Willen der Initiatoren widersprochen werden. Also haben sich mein Mitbewohner und ich in unseren Sofa-Klamotten kurz vor Schließung der Wahllokale aufgemacht in unser Wahllokal zwei Straßen weiter. Dass wir nicht unbedingt gesellschaftsfähig waren, versteht sich von selbst. Dass wir damit aber nicht auffielen, sondern uns von einem Pärchen im Wahllokal stilmäßig sogar in den Hintergrund gerückt wurden, versteht sich in unserem Bezirk offensichtlich auch von selbst.
Ergebnis der Abstimmung übrigens: Bei einer Wahlbeteiligung von 16,8 % (unter 15 % wäre der Bürgerentscheid als abgelehnt gewertet worden) stimmten 57,1 % mit Nein, also gegen das Begehren, die Umbenennung zurückzunehmen. Hätten sich also ca. 3000 andere Couch-Hocker nicht aufgerafft zum Wahlspaziergang, am Ergebnis hätte es nichts geändert. Das ist Politik.

kindheit reloaded

Na, das macht Spass. Komisch eigentlich, dass man noch nicht selbst auf die Idee gekommen ist. Oder hatte man die Idee schon und es haperte lediglich an der Umsetzung?

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weltmeister 2007

Ein wenig beschleicht mich das Gefühl, dass ein sportliches Großereignis in der medialen Welt unterzugehen droht. Die meisten Menschen können nichts dafür, dass sie bisher wenig bis gar nichts davon erfahren haben. Vielmehr liegt es daran, dass es zu wenig publik gemacht wird. Und deshalb mache ich hier Werbung für meinen Sport:

Am Freitag abend beginnt die Handball-WM 2007 in Deutschland! Unter der Regie vonhandball_wm_2007.jpg Bundestrainer Heiner Brand unternimmt das deutsche Team einen neuen Anlauf, Weltmeister zu werden. Nominell stehen die Chancen auf einen Erfolg des Vorhabens auch nicht unbedingt schlecht. Eine - wenn auch relativ junge - Mannschaft, die sich in letzter Zeit immer wieder knapp geschlagen geben musste (WM, EM, Olympische Spiele) brennt darauf, es diesmal endlich im eigenen Land zu schaffen. Der letzte Erfolg liegt auch noch länger zurück als im Fußball. Im Jahre 1978, damals noch mit Heiner Brand als Spieler heiner_brand1.jpgin Dänemark konnte sich Deutschland den letzten Stern aufs Trikot holen. Es sind also viele Parallelen zur gerade erst verklungenen Fußball-WM zu erkennen. Und wenn auch die Mannschaften nicht annähernd die Stärke ihrer Pendants aus dem Fußball haben, so werden doch beim Blick auf die deutschen Gruppenspiele Erinnerungen wach. Damit keiner ein Spiel aufgrund Unwissens verpasst, habe ich hier einmal die sicher mit deutscher Beteiligung stattfindenden Gruppenspiele aufgelistet. Übertragen werden die deutschen Spiele im ZDF und in der ARD, die weiteren im DSF. Ich freu’ mich!

  • Deutschland vs. Brasilien Fr., 19.01.2006 17h30
  • Argentinien vs. Deutschland So., 21.01.2006 17h30
  • Deutschland vs. Polen Mo., 22.01.2006 17h00

Und zu guter letzt noch ein Beweis dafür wie schön Handball sein kann:
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lachen entfachen

Nach einer längeren und wirklich ganz guten Werbekampagne geht morgen der neue reine Comedysender “Comedy Central” auf Sendung. Übernommen wird der Sendeplatz von VIVA Plus. Da die meisten Shows/Serien zum ersten Mal im deutschen Fernsehen laufen werden, darf man allein deswegen schon recht gespannt sein. Und es kann ja auch nur besser sein, bereits erfolgreiche Produkte auf den hiesigen Markt zu bringen als sich weiter diejenigen im deutschen Fernsehen anschauen zu müssen, die sich “Comedians” schimpfen. Wenn ich mir diese Menschen anschaue, kommt das mit der schönen Wortschöpfung “Fremdscham” bezeichnete Gefühl jedes Mal in mir hoch. Lieber die Fernbedienung in der Hand behalten, auch wenn sie nicht mehr funktioniert, hat man gleich etwas, was man Richtung Fernseher schmeißen kann. Aber jetzt wird ja alles besser. Hoffentlich.

effekthascherei

Die erste wirkliche Arbeitswoche ist erledigt. Erkenntnisse aus dieser Zeit:

  • die FU (Freie Universität) Berlin ist eigentlich gar nicht in Berlin, sondern weit draußen. Durch eine Raumverlegung hatte ich das Vergnügen, mich dort einmal wirklich umzuschauen. Durch ihre - ich nenne es mal - Randlage gewinnt die Uni sicherlich an Heimeligkeit und Idylle, die man in Mitte (wo sich bekanntermassen die HU befindet) niemals erreichen wird. Im Sommer zwischen den vielen kleinen Villen im Park zu liegen, kann man sich schon ganz nett vorstellen. Wenn man dann allerdings durch die Gänge der sogenannten Rostlaube geht (die im Übrigen alle Straßen heißen und nummeriert sind), erinnert das doch erheblich an das Interieur von Gesamtschulen. Ein echtes Highlight befindet sich allerdings im Innenhof dieser Rostlaube: Die Philologische Bibliothek:philologische_bibliothek.jpgEin abgefahrener Kuppelbau vom britischen Architekten Norman Foster entworfen. Nicht nur architektonisch, auch athmosphärisch (für eine Bibliothek eher zu laut, da zu offen gestaltet) sehr zu empfehlen. Trotzdem bin ich lieber an der HU.
  • Lernen respektive Arbeiten ist scheiße! Nein, so kann man das auch nicht sagen. Wenn man sich wirklich ernsthaft mit einer Sache auseinandersetzt, hat das Effekt. Und zeitweise ist es sogar sehr interessant und macht Spaß. Es kostet einfach nur viel Zeit, die man sonst anderen (ja, auch oft sinnlosen) Dingen widmen konnte. Daran muss man sich gewöhnen. Ich arbeite daran.
  • Fahrrad und iPod sind sehr gute Zeitoptimierungssysteme, die auch in ihrer Kombination nicht zu unterschätzen sind. Große Zufriedenheit mit beiden Entscheidungen macht sich breit.