bizarre

Ja gut, vielleicht bin ich bescheuert. Aber keiner kann mir erzählen, dass er noch nie bei youtube nach Begriffen gesucht hat, die eigentlich nichts Sinnvolles zutage fördern können. Dabei ist diese Geschichte es wirklich wert, erzählt zu werden. Es war nämlich auch gar kein Wort, was man nicht publik machen sollte.

Ich sitze also eines abends nachts vor meinem Rechner und gebe bei youtube den Namen der Straße in Kreuzberg ein, in der ich momentan wohne. Ohne die Erwartung, halbwegs interessante Ergebnisse zu erhalten, schaue ich mir selbige an. Besser gesagt: das Ergebnis, es gibt nämlich lediglich ein Video zu meiner Anfrage. Der Titel lautet petit dej … und dann der Name der Straße. Dank meiner Französisch-Kenntnisse erkenne ich darin eine Abkürzung für petit déjeuner (Frühstück). Hmm, denke ich, schaue ich jetzt fremden Menschen beim Frühstücken zu oder gehe ich doch endlich ins Bett. Dann fällt mir jedoch das Synonym desjenigen auf, der das Video ins Netz gestellt hat. Und dieses Synonym kommt mir bekannt vor. Die email-Adresse meines Vermieters aus Paris beinhaltet eben jenes Kürzel. Und das wäre schon sehr verwunderlich, wenn jemand eben dieses (da sehr spezielle) Synonym ebenfalls verwenden würde. Und einige Sekunden später bestätigt sich mein Verdacht: da sitzt doch mein Pariser Vermieter in einer Wohnung in meiner Straße am Fenster und frühstückt. Außerdem gibt es noch zwei weitere Videos aus Berlin von ihm. Ich wusste zwar, dass er oft in Berlin ist und angesichts seiner Tätigkeit als Freelancer bei einer Werbeagentur in der Schweiz auch während meiner Zeit in Paris u.a. in Berlin gelebt hat. Dennoch ist das ein recht bemerkenswerter Zufall, der mir den netten kleinen Franzosen auf sehr sympathische Weise wieder in Erinnerung gerufen hat. Nebenbei ist es die perfekte Geschichte für ein blog. In diesem Sinne: À bientôt.

1 Response to “bizarre”


  1. 1 malte

    “le beau est toujours bizarre” hat schon baudelaire verlauten lassen…

Leave a Reply