ein lächeln

Heute ist ein guter Tag. Bisher zumindest. Einige kleine Momente zauberten immer wieder ein Lächeln auf mein Gesicht.
Es begann in Grunewald. Weniger Zeit als ich gedacht hatte, kostete mich der Abschluss der (fast) finalen Fassung meiner letzten Hausarbeit als Student. Als ich den Rechner im Raum mit der arbeitsrechtlichen Literatur in der rechtswissenschaftlichen Bibliothek der FU Berlin zuklappte und noch einen letzten Blick auf die Tische und Gesichter der anderen dort warf, konnte ich mir zum ersten Mal an diesem Tag das “nach-oben-Ziehen” der Mundwinkel nicht verkneifen. Wusste ich doch von den Tagen davor, dass diese “Kollegen” noch den Rest des Tages hier verbringen würden und ich wahrscheinlich nicht all zu bald überhaupt einen Fuß in diesen Laden setzen würde. Dafür ist die HU einfach attraktiver, da näher und “mehr” Bibliothek.
Von diesem Glücksmoment erheitert und gutlaunig in der U-Bahn nach Hause dann der nächste kleine große Moment. Das Gespräch eines Kreuzberger (Studenten und) Hundebesitzers (Ausstieg Hallesches Tor) mit dem mittzwanziger gestylten Türken (Ausstieg Kottbusser Tor) machte den Anfang. Der kleine Junge mit der Gitarre und das ältere, aber immer noch junge Mädchen mit der wunderschönen Stimme setzten ihn fort. Die kannte ich noch nicht (man kennt ja mittlerweile die Berliner Bahnmusikanten und Zeitungsverkäufer) und ausnahmsweise gab es auch von mir Kleingeld (würde man jedem, der fragt, etwas geben, wäre man selbst pleite).
Der vorläufige Höhepunkt war aber die Wand des Getränkehändlers in meiner Straße. Wie oft habe ich mich über die Unfreundlichkeit der dort arbeitenden Personen aufgeregt (besonders die Frau, Besipiel: “hamse keen kasten, denn nimm wa die flaschen ooch nich!” - danke, wofür gibt es denn getränkemärkte?). Und das hatte wohl auch schon jemand anderes, der seinen Unmut an der Wand neben dem Eingang des Marktes kund tat. Dieses Bild löste nicht nur ein Lächeln aus, bis zu meiner Haustür musste ich herzlich lachen.

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Dann wollen wir mal hoffen, dass die Verspätung meines Zuges das einzige Minus heute bleibt.

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