Archive for May, 2007

nix campioni

Eine Sache muss ich vor dem Flug noch loswerden. Meine Sympathien im gestrigen Champions-League- Finale gehörten eindeutig dem FC Liverpool und dennoch muss man sagen, dass der Erfolg der Milanisti sportlich in Ordnung geht (warum Inzaghi???). Aber nicht in Ordnung ist es, dass die Spieler, so wie ich es gesehen habe auf Geheiß Gattusos, Silvio Berlusconi den Pokal in die Hand drücken und ihn dann hochleben lassen (respektive hochwerfen). Unfassbar! Hat jemals jemand Abramowitsch oder Beckenbauer auf dem Spielfeld gesehen? Und selbst wenn, wäre man mit ihnen anders verfahren als mit einem, dessen Position im Staate Italien unabhängig vom Fussball wohl mehr als zweifelhaft ist (und der sich trotz alledem selbst feiert). Aber Italiener kennen da ja keine Schmerzen. War Milan nicht auch mal im Gespräch als Zwangsabsteiger in die Serie B?

köttbullar

Vatertag ohne bleibende Schäden überstanden. Und schon steht die nächste Kurzreise auf dem Programm. Schweden. Keine Zeit also hier Neues zu vertellen, wird aber alles nachgeholt. Und dieses Mal nicht nur als leere Versprechung. Eine Woche Urlaub nach Pfingsten werden zum dringend notwendigen Update genutzt. Sicher. Denn langsam nervt mich beispielsweise die ewig erscheinende Ladezeit dieser Seite selbst. Ganz zu schweigen von den pop-ups. Wichtige oder unwichtige Stockholm-Tips bitte per comment oder email mitteilen. hej då

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bilder geklaut, hier und hier

buuuh!

Keiner ruft mehr “Buh!”. Dabei ist das so ein schöner Passus. Buh-Rufe hallten durch das weite Rund. Hört sich doch gut an. Ich habe jedenfalls mal ein Buh:

Die letzte Bastion guten Geschmacks im deutschen Fernsehen soll fallen. Zumindest teilweise. Es ist mir völlig unverständlich wie Harald Schmidt auf die Idee gekommen ist, Oliver Pocher in seiner Show zu platzieren. Ich habe gar nichts gegen Oli Pocher, sein neuer Film soll ja tatsächlich gut sein, nur ist dessen stets die Konfrontation suchender Humor auf zu niedrigem Niveau, um dort zu fruchten. Zwar kann man Schmidt nicht frei davon sprechen, sich auch an eben diesem subtilen Sticheln ergötzen zu können, jedoch tut er das in der Champions League und Pocher eben (noch) in der Oberliga Nordrhein. Andere vergleichen den geplanten Einstieg Pochers mit ALDI-Brause im Champagner-Regal. Angeblich soll die Idee von Schmidt persönlich stammen. Komisch, hat doch Pocher (mit Ausnahme seines neuen Films) noch rein gar nichts Vernünftiges zu Wege gebracht. Vielleicht wirklich nur persönliche Sympathie. Andererseits muss man auch sehen, dass Manuel Andrack immer schlechter wird und es vielleicht an einem neuen “Deppen” mangelt, der die Vorlagen liefert.

Dann noch etwas aus der Kategorie “unnützes Wissen”: Es ist ja kein Geheimmnis, dass am Samstag der letzte Bundesligaspieltag scholl_kegeln.JPGund damit das letzte Spiel von Mehmet Scholl stattfindet. Der ewig junge Alte (der auch Nichtfußballern aus Lammbock bekannt sein sollte) beendet seine Karriere dann noch mit einem Abschiedsspiel mit den wirklich ganz großen unserer Zeit. Soweit nichts Neues. Was aber kaum einer wissen wird: Scholl hat vor seiner Karriere professionell gekegelt. Ja, so richtig mit “Alle Neune!” und so. In der B-Jugend gewann er sogar mal die deutsche Vizemeisterschaft bis ihn Knieprobleme zum Aufhören zwangen. Nun steigt er in der ersten Mannschaft des FC Bayern in der Bezirksliga wieder ein. Na dann: “Gut Holz!”

full metal village

“Joa, wer drei Schachteln am Tag schaffen will, der muss früh anfangen!”

Wer noch nicht davon gehört hat: Dokumentarfilm einer koreanischen Regisseurin über das WackenOpenAir. Es geht ganz und gar nicht getreu dem Motto “Alle Spacken fahr’n nach Wacken!” um die Menschen, die nicht nur ein verlängertes Wochenende im Sommer, sondern auch den Rest des Jahres in der schleswig-holsteinischen Provinz verbringen. Was machen die eigentlich, wenn ihr Dörfchen mal nicht von zigtausenden Metallern überfallen wird?

Tolle Bilder, gelungene Schnitte und ein authentisches Bild der norddeutschen Peripherie lassen das dokumetarische Werk zu einem Unterhaltungsmoment großer Klasse werden. Wer mich fragt, dem kann ich nur sagen: Jeder Norddeutsche oder derjenige, der sich zumindest von einer Affinität zum Norden nicht ganz frei sprechen kann, muss diesen Film sehen. Nicht unbedingt im Kino. Aber sehen! Es war übrigens das erste Mal in meinem Leben, dass die Leute im Kino während des Abspanns geklatscht haben. Zaghaft, aber hörbar. Und wem das immer noch nicht Argument genug ist, hier der Trailer:

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

ohne worte!

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Gesellschaftsstudie

Und dabei hatte sie sich doch extra schön gemacht. Sie hatte zwar ob der Veranstaltung auf Gewagteres als eine Jeans verzichtet. Dennoch war das orangefarbene Top wohl überlegt. Auch die Frisur war noch fast “frisch” vom Friseur und selbst die Gesichtsbräune mit einem gut dosierten (nicht zu vülle) Solariumbesuch auf Vordermann gebracht. Die Keilabsätze behinderten sie ein wenig beim Tanzen, aber zu wild wollte sie es ja ohnehin nicht angehen. Schließlich sollte doch jeder sehen, dass sie alles unter Kontrolle hatte. Gut, dass die Musik der Fünf-Mann-Combo so laut war, dass - selbst wenn man es gewollt hätte - man sich gar nicht unterhalten konnte. So hatte sie leichtes Spiel. Besser als die anderen Damen ihres Alters sah sie allemal aus und wenn sie nur ein wenig sexy ihre Hüften bewegte, musste doch heute abend etwas für sie abfallen. Mit Glück würde es ja einer, der nicht ganz so viel gesoffen (zu vülle) hatte und auch nach mehr als dreißig Jahren Lebenserfahrung nicht aussah als würde er seine Eltern nicht überleben.

Schade, dass sich die Band nur zu einigen wenigen Zugaben breitschlagen ließ. Sie hatte zwar während der poppigeren Songs alles gegeben, aber entsprechende Zielobjekte waren mit schon vorhandener Partnerin gekommen oder hatten eben solche für heute Abend schon erwählt. Vielleicht auch, weil es bei denen wesentlich einfacher war, “wählerisch” in den Augen dieser Damen wohl eher ein Fremdwort. So musste sie die abschließenden Schmusesongs an die Zeltwand gelehnt zuschauen. Zuschauen wie sich die anderen glücklich für einen Moment in die Arme schlossen. Ihre Leidensgenossinnen neben ihr an der Wand sind doch einige Jährchen jünger.

Aber selbst das Abschiedsgespräch mit einem befreundeten Pärchen bringt sie ehrlich lächelnd über die Bühne. Als die Band einpackt, verschwindet sie mit einem der Mitglieder hinten durch die Zeltwand, hilft beim Einpacken der Sachen ins Auto. Sollte doch alles anders gewesen sein und sie hatte nur ihren Ehemann beim Auftritt begleitet?

Die Frage muss offen bleiben. Um abschließend zu klären, wer hier zu wem gehörte, hätte ich länger bleiben müssen. Das war angesichts der Tatsache, dass das Beste, was der später eingesetzte “DJ” auf Lager hatte, Robbie Williams war, nicht möglich. Ich musste irgendwann einfach gehen.

So ist das in Ost-Berlin, weit draußen auf der Landsberger Allee. Dort, wo nichts passiert in den Plattenbausiedlungen außer dieser “Maiparty” in der einzigen Lokalität, die sich dort noch behauptet. Und dennoch hat man nicht das Gefühl, dass es den Menschen schlecht geht, dass sie sich unwohl fühlen. Im Gegenteil, sie alle hatten einen guten Abend. Auf irgendeine Weise beruhigte mich das. So sehr entfernt wie deren Leben von meinem ist und mich unglücklich machen würde, so sehr würde meines sie unglücklich machen. So geht dann später jeder seiner Wege, zufrieden auf seine Art.

Abgelegt unter: soziologische Aspekte des Handballspielens in einem Ost-Berliner Traditionsverein.

r.i.p. RUND

Warum kann das Gute nicht überleben? Nachdem ich kürzlich schon ein Schreiben bekommen hatte, in dem ich als Abonnent des Fußballmagazins RUND doch um Geduld gebeten wurde und mit einem kicker-Sonderheft über die Zeit hinweg getröstet werden sollte, kam heute nun die wirklich schlechte Nachricht. Aus - wie sie es formulierten - “wirtschaftlichen Erwägungen” wird das Magazin leider eingestellt. Ein Armutszeugnis für dieses Genre des Journalismus. Wenn ich mir allerdings überlege, wer außer mir die RUND gelesen hat wahrscheinlich kein Wunder. Das einzig wirklich vernünftige Magazin zum Thema Fußball, dessen Inhalt über Mannschaftsaufstellungen und etwaige Transfers hinausging, gibt es nicht mehr. Und jetzt kommt mir nicht mit 11Freunde, das ist die Vanity Fair Deutschland in diesem Bereich. In punkto Kompetenz und auch Aufmachung meilenweit entfernt von dem, was man sich antun kann. Dass ich mein noch bis April 08 laufendes Abo durch ein kicker-Abo ersetzt bekomme (ohne Aufpreis, finanziell also gar nicht mal ein schlechter Deal), entschädigt mich in keinster Weise. Wird also bald wieder der kicker zu Hause ‘rumfliegen, besser als gar nichts.

Schön dagegen, dass sich endlich mal jemand, der a) Zugang dazu hat und b) seine Erfahrungen auch in für vernünftige Menschen verständliche Worte fassen kann, die drei neuen Konsolen “testgespielt” hat. Und auch dessen Fazit spricht für die Anschaffung der Nintendo Wii. Aber erst nach dem Sommer.