about this city

Wenn einem selbst nichts einfällt, glänzt man mit Zitaten. Das möchte ich heute tun. Alle haben mehr oder weniger mit Berlin zu tun. Doch auch für Nicht-Hauptstädter lohnt sich das Weiterlesen, denn in allen steckt eine gute Portion Wahrheit.

Ich fange an mit einem Satz, den ich mal als Postkarte von Freunden geschenkt bekam:

Die Berliner sind unfreundlich und rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen wo man geht und steht - aber mir tun alle Menschen leid, die nicht hier leben können!
Anneliese Bödecker

Frau Bödecker, über die man (zumindest im Netz) nicht all zu viel erfährt, hat es damit irgendwie schon vor langer Zeit auf den Punkt gebracht. Interessant für mich ist noch, dass ich besagte Postkarte zu einem Zeitpunkt bekam, als ich der einzige Berlin-Bewohner in meinem Freundeskreis war, mittlerweile wohnen die Menschen, die sie mir damals schenkten selbst alle hier. Oder trügt mich meine Erinnerung?
Das zweite Statement stammt aus der letzten Ausgabe der zitty. Auf der letzten Seite findet sich eine Beurteilung der Berliner Situation als auswärtiger Fußballliebhaber, die ich so unterschreiben würde:

Als zugezogener Fußballfan ist man grundsätzlich gewillt, dem Verein seiner Wahlheimat die Daumen zu drücken. Grundsätzlich, aber nicht bedingungslos. In Berlin macht einem seit Jahr und Tag der ortsansässige Bundesliga-Verein mit seinem Langweilerfußball dieses Ansinnen geradezu unmöglich. Und jetzt auch noch das: Nach einer selbst für Hertha-Verhältnisse deprimierenden Saison, für die man den per Volksabstimmung verordneten Zwangsabstieg im Regelwerk des DFB einführen sollte, muss mit Zecke Neuendorf der einzige Spieler den Verein verlassen, der das Wappen auf der Brust mit Freude getragen hat. Besonders bitter: Die Voraussetzungen für guten Fußball sind in Berlin alles andere als schlecht - die Jugendarbeit ist vorbildlich (die A- und B-Jugend schaffte es im letzten Jahr ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft), und wohin sowas führen kann, sieht man gerade beim VfB Stuttgart. Wie man so etwas in den Sand setzt, sieht man bei Hertha. Die Jugend flieht aus der Stadt und zieht, wie im Fall Ashkan Dejagah, selbst einen Wechsel zur grauesten Maus der Liga vor: zum VfL Wolfsburg. Ein Trauerspiel. Fortsetzung folgt - garantiert.
Falko Müller

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Zuletzt dann noch der Hinweis, dass sich auch die deutsche Ausgabe des VICE Mag mit der Stadt auseinandersetzt. Und zwar nicht nur mit vielen Geschichten oder Modestrecken oder sonst’was in den regulären Heften (kein Wunder, da hier wohl auch die Redaktion ist), sondern jetzt auch als VICE Guide. Hier ist der VICE Guide to Berlin als download.

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