après hurricane

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Jajaja. Wird Zeit. Kann eben nicht jeder eine Woche seines Lebens dem Festival opfern und dann auch noch darüber schreiben. Ja, wenn man ehrlich ist, dauert das alles insgesamt eine Woche. Mit Planung, Einkaufen, Hinfahrt, die drei Tage dort sind aus meinem Gedächtnis verschwunden, das Festival an sich, Rückfahrt, wieder klar kommen etc.

Die Veranstaltung eines Festivals ist - wie so vieles im Leben - doch recht simpel. Man nehme eine große Fläche irgendwo möglichst weit weg von aller Zivilisation, dort errichte man eine Menge Zäune, Bühnen und Buden. Unvermeidlich karre man auch noch ein paar mobile Toiletten und andere Sanitäreinrichtungen dorthin, lade sich bekannte Musiker ein und verkaufe zu horrenden Preisen Karten an das fickfeierwillige Volk.

Das kommt dann, baut seine Zelte und - ganz wichtig - Pavillons auf, betrinkt sich maßlos mehrere Tage lang und schleppt sich mehrfach am Tag zu einer der Bühnen, um die Jungs und Mädels live zu hören/sehen, die dann kurze Zeit später per Generator angetriebener Anlage erneut vom Band die Umgebung des einmal als Zelt mitgebrachten großen Mülleimers beschallen, in denen es versucht, einen Sexpartner des anderen, wahlweise gleichen Geschlechts davon zu überzeugen, dass dies genau der richtige Ort und die richtige Zeit zum Koitus ist zu überleben.

Besonders schön wird das Fest, wenn es die ersten drei Tage durchgehend regnet und dann aus der Freifläche im Wald eine Schlammwüste mit Inseln für Zelte geworden ist.

Wenn man allerdings vorgibt, für einen dänischen Radiosender zu “arbeiten” oder Papa einen von Beck’s kennt oder man einfach die richtigen Freunde hat, kann man sein fahrbares Eigenheim auf einem abgesperrten weiträumigen Feld abstellen, auf dem es sogar richtige Toiletten und Duschen gibt. Auch wenn man zweitere eher nicht braucht. Zudem bekommt man dann noch ein schickes grünes Armband, mit dem man in einem sogenannten “VIP-Zelt” günstiger Beck’sBier kaufen kann und sich mit Glück und Geschick an der Absperrung vorbei vor oder sogar auf die Bühne mogeln kann. Hat natürlich keiner gemacht, könnte man aber. Dort darf man dazu noch anderen unwichtigen Leuten auf die Nerven gehen, man ist ja eigentlich ein ganz normaler Festivalbesucher, sprich betrunken, und hat eben durch einen glücklichen Umstand so ein schönes Armband. Das finden die anderen grünen Armbänder ganz ganz toll.

Trotzdem kriegt man noch eine Menge vom wirklich großartigen Line-Up der Bands mit. Meine persönlichen Highlights (liegt allerdings auch an meinem Musikgeschmack): Fanta 4, Beastie Boys, Queens Of The Stone Age, Bloc Party (auch wenn dort die Technik einiges versaut hat), Me First And The Gimme Gimmes und natürlich Deichkind, die das ganze so dermaßen würdig zu Ende brachten, dass einem Pearl Jam völlig egal war. Respekt, diese Show war der Hammer!

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Natürlich sind auch einige Fotos und ein Video entstanden, aber das muss nun nicht unbedingt alles an die Öffentlichkeit. Es gibt doch hier oder hier viel mehr zu sehenlachen.

Im nächsten Jahr nehme ich noch dies(vielleicht in einer anderen Farbe) und das mit und dann fehlt wirklich nichts mehr.
Vielen Dank an dieser Stelle an meine Mitreisenden, in deren Namen ich mich…. (derjenige weiß bescheid)

Ach ja, und Christian, zu deiner Beruhigung: andere haben auch Fotos mit Elton gemacht.

1 Response to “après hurricane”


  1. 1 Christian

    Das ist schon richtig, die Bewältigung eines exzessiven Wochenendes braucht Zeit. Als angehender Arzt habe war ich insbesondere von der Zeit überrascht, die mein Magen-Darm-Trakt benötigte sich wieder an dieses scheusliche Zeug (Getreide, Obst, Gemüse) zu gewöhnen. Er steht halt auf Aminosäuren in Form von Fleischfackeln und Worst. Darüber hinaus habe ich ebenfalls über eine Liste nachgedacht, die auf keinem Festival fehlen sollte:
    1. Ein guter Freund, dessen Freundin dort arbeitet, am Besten als Chef; das gibt nämlich so lustige Karten zum Umhängen, mit denen man (fast) überall hinkommt.
    2. Noch ein guter Freund
    3. Einen Bus des guten Freundes, weil ich mich so noch mehr freuen kann, dass ich nicht im Zelt -nein, Schlamm- schlafen muss.
    4. Einen Job vorm Festival, am Besten als Hausmeister, da kennt man dann die Stellen wo keine Buden stehen und kann seinen Springer vorsorglich verbuddeln.
    5. Jemanden der auf einen aufpasst; entweder die Typen von Punkt 1 & 2, oder jemand anderes; für den Fall, dass man mal wieder so unselbstständig wird.
    6. Was zu lesen, falls am 3. Tag überdurchschnittliche Diarrhoea einsetzt.
    7. Ein Besuch bei Muddi (so nenn ich meine Freundin) nach dem Festival. Wofür? Das bleibt Verschlusssache!

    In diesem Sinne: Hoffentlich behält Krissi ihren Job, ich freu mich schon aufs nächste Jahr!

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