vom strippen auf usedom

So einfach ist es, jemanden mit einer gelungenen Überschrift zum Lesen zu bringen. Vielleicht geht es gar nicht ums Ausziehen, vielleicht aber genau darum. Lest selbst:

Wenn 30° im Schatten sind, gibt es für Berliner kaum etwas Besseres als auf der Insel Usedom am Strand zu liegen. Nein! Stimmt so nicht ganz. Für mich gab es am letzten Wochenende nichts Besseres. Aber ich bin auch kein Berliner. Andere waren da genauso glücklich, als sie auf der Rückfahrt die erste große Platte vom letzten Stück Stadtautobahn aus Norden kommend erspähen konnten (wer mal aus Richtung Hamburg über die Prenzlauer Promenade/Allee in die Stadt ‘reingefahren ist, weiß, was ich meine). Zwar kündigt sich Berlin schon einige Kilometer früher deutlich durch den wohl am schlimmsten heruntergekommenen Straßenbelag, den eine deutsche Autobahn zu bieten hat, an. Doch erst bei diesem riesigen Gebäude ließen sich meine Berliner Mitfahrer zu der Aussage hinreißen: “Na, kiek ma, dit is doch vühl besser jetze, da fühl’ick mir doch gleisch viel wohla!”

Vasteh ick zwar nich, hamse aber so jesagt. Eine mögliche Erklärung der Freude über die Rückkehr ist das nicht so ganz harmonische Verhältnis zwischen der 14-köpfigen Gruppe Handballern (der auch ich angehörte) und den Dauercampern auf dem Campingplatz “Pommernland” in Zinnowitz auf Usedom. Ist aber auch schwierig, gemeinsame Interessen zu finden mit Mittfünfzigern, die ihren Wohnwagen dort stehen haben und den lieben langen Tag mit Vorliebe - meine Freunde würden sagen “mit wehender Banane” - den Strand respektive Campingplatz mit ihrer Anwesenheit beglücken. Frei nach dem Motto “FKK is everywhere!” Versteh’ mich keiner falsch. Ich habe wirklich nichts gegen nackte Körper, ganz im Gegenteil, aber es bestehen doch mittlerweile gehörige Unterschiede zwischen dem Lifestyle der Vorgänger-Generation Ost-Urlauber und der heutigen (mit der ich unterwegs war). So ist es wohl verständlich, dass die Campingplatzbetreiber sich lieber der alten und zahlreicher vertretenen Generation anschließen würden und uns - zumindest in dieser Konstellation - doch erstmal keine Dauerkarte für ihr Areal überreichen mochten. Das tat jedoch der Stimmung nicht wirklich Abbruch, man arrangiert sich.

Wenn die Reise neben dem sogenannten “Teambuilding” noch andere Effekte hatte, dann den, dass ich dank meines Aufenthalts auf der Nordseite der Insel inzwischen mir selbst die Bezeichnung Usedom-Kenner verleihen kann. Sollte also jemand vorhaben, dorthin zu fahren und keine Ahnung haben, kann er mich gerne fragen. Und das, obwohl ich meine Zeit dort größtenteils gar nicht nackt verbracht habe.

2 Responses to “vom strippen auf usedom”


  1. 1 malte

    du kommst schon noch auf den geschmack…

  2. 2 Juri

    Ach Momme das Problem mit alten nackten Männern kenn ich auch …. kannst ja sonst mal PaPa fragen wie meine Gesichtsfarbe vor und nach einem “FKK - Campingplatz - Besuchs” war . Und das nur weil meine liebe Mutter meinte ihre “Lauf-”partnerin sei auf diesem Campingplatz … Vielleicht verstehst du warum ich glücklich war das sie nich da war !

    =) Juri =)

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