In den letzten Tagen schwillt einem doch die Halsschlagader an wie Steve McClaren, wenn es gegen Deutschland geht. Unglaublich was in den deutschen Medien (und damit meine ich alle, inklusive Internet und Blogs) vor sich geht. Stichwort Dejagah und Herman. Ich verkneife mir einen Beitrag dazu und erzähle lieber eine freudvolle Geschichte:
Als inzwischen langjähriger und relativ zufriedener Kunde eines großen Mobilfunkanbieters bin ich mit den Gepflogenheiten vertraut, die dort üblich sind, wenn man sein mobiles Endgerät - in Fachkreisen auch Handy genannt - zur Reparatur gibt. Jenes wird dann vom freundlichen Mitarbeiter unter Aufnahme des vermeintlichen Fehlers angenommen und eingeschickt. Seinen Akku und die anderen, nicht fest mit dem Gerät verbundenen Teile, insbesondere die SIM-Karte darf man behalten. Und dann wartet man ca. drei Wochen darauf, endlich wieder telefonieren zu dürfen. Was ich nicht wusste - und was es bisher auch nicht gab - war, dass man für die handylose Zeit neuerdings ein Ersatzgerät zur Verfügung gestellt bekommt. Diese noble Geste empfing ich also heute morgen dankend und zog mit meinem Teilzeitgerät von dannen. Das war zwar kein “HighTech-Gerät” (O-Ton Verkäufer), aber in durchaus gutem Zustand und von ausreichender Qualität für die kommenden drei Wochen. Den Erhalt des Geräts quittierte ich mit einer Unterschrift auf einem - alles juristisch korrekt - Leihvertrag, der folgenden Passus enthielt:
“Das Leihgerät kann nach seiner Rückgabe anderen Kunden wieder leihweise zur Verfügung gestellt werden. Bitte löschen Sie deshalb vor Rückgabe des Leihgerätes zu Ihrem Schutz alle Telefonnummern, Kalendereinträge, SMS, MMS oder andere persönliche Daten!”
Ach was!, dachte ich. Nina* und Tim* hatten diesen Hinweis wohl nicht gelesen. Oder sie sind exhibitionistisch veranlagt. Jedenfalls wurde ich beim Durchblättern der Funktionen des Handys Zeuge einer SMS-Konversation, die Euch nicht vorenthalten bleiben soll. Ich beschränke mich allerdings auf die Highlights der Beziehung zwischen Nina* und Tim*, denn das Publikum braucht Hartes, um nicht einzuschlafen. Here we go:
“Scheint ja gutes tenniswetter zu sein+vermisse dich ganz doll+freu mich auf nachher liebe dich+deine kleine süsse maus”
“guten morgen mein mäusschen;) wünsch dir nen schönen tag und freu mich auf später… dein monchichi;)”
“Ja mach ich mein hase.brauchst dir keine sorgen machen. fast nur mädels u rest ü 25.gute nacht u freu mich auf morgen.love you!mäusschen”
“Hehe jo schaut so aus. bissel kalt vielleicht. aber wir sind ja beide heiße hühner.freu mich auch und liebe dich. bis später. fahr grad zur schule. tim*”
“PARTY-WEEKEND:Fr.28.9.NYC-PARTY MATRIX+Samstag 29.9.MEGA-partylink.de-PARTY auf 3000qm COLUMBIAHALLE…”
“bin hunde müde und schule muss ich auch noch ma gucken.bitte nich böse sein,ja?liebe dich dein mäusekin”
“…mein schokokeks”
“Mach 1! Dann nehm ich 2″diese SMS tut eigentlich nichts zur Sache, meinem Mitbewohner zuliebe muss die aber mit ‘rein
“Warum hast du gestern auf die 2.sms nicht geantwortet? Meld dich…”
“Na maus, hasiii gehst garnicht gut…”
“Ach hör bloß auf! Ich hab gestern Fisch gegessen u.der war wohl nicht mehr so gut!:(”
“…hab grad an dich gedacht und dachte,schreibst mal dein flipp…”
“…hab jetzt noch n block psycho und dann seh ich mein hasiiii:)freu mich!deinmäusekin”
“…VERMISS DICH SOO DOLL.PÜPPI MIT ZUCKER”"…verdammt doll.deine zuckerpuppe.hehe”
“..mein keks…”
“Hase warum gehst jetzt?so ab?schreiben tu ich nich mit ihm.warum sollte ich mich entscheiden?es gibt für mich nur einen.und das bist du!…”
“…war gestern schon schlafen u würde dich nie aufgeben wollen,aber warum sagst du das jetzt?er hat gar keinen stellenwert zu dir”
Die Nachrichten sind manchmal etwas aus dem Kontext gerissen, aber ich denke, das tut der Sache keinen Abbruch. Etwaige Rechtschreibfehler sind kein Versehen, sondern nur Ausdruck der Authentizität, ich habe alles im Original übernommen und all zu Intimes oder Belangloses weggelassen.
*Namen vom Verfasser geändert

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