Archive for May, 2008

Entscheidungen…

…treffen zu müssen, ist manchmal einfach scheiße! Ich würde mich prinzipiell als entscheidungsfreudig einordnen. Wenn aber am Mittwoch um 20h oder um 23h die Premiere von “Indiana Jones IV” in Berlin ansteht und um 20h45 das Finale der Champions League angepfiffen wird, finde ich das schwierig. Nach einer Abwägung muss man dann aber schon sagen, dass es zwar einerseits nicht schön ist, Indy erst einen Tag später zu sehen, andererseits das Champions League Finale als Aufzeichnung zu gucken, sinnlos und insofern noch viel unschöner wäre. Und beides geht ja leider nicht. Denn sollte es zu einer Verlängerung beim Fußball kommen, kann man ja auch nicht los ins Kino. Damn!

Resozialisierung

Wisst Ihr, was das schönste daran ist, seine Examensklausuren hinter sich zu haben? Abgesehen davon, dass man seine Examensklausuren hinter sich hat. Man kann gleich abends das Haus verlassen, hingehen, wo man möchte, konsumieren, was man möchte, heimgehen, wann man möchte oder es bleiben lassen. Man muss dann am nächsten Tag nicht aufstehen und fünf Stunden lang Klausur schreiben, sondern nur um Fussball zu gucken und seine Sachen zu packen. Man muss kein schlechtes Gewissen mehr haben, dass man vielleicht von der Entscheidung am Vorabend, dieses oder jenes noch zu trinken tun, besser hätte absehen sollen. Man kann durch die Republik fahren, Familienfeiern abhalten oder einfach nur mit seinen Freunden Urlaub in Schleswig-Holstein machen. Man kann Vatertag als Superheld verkleidet durch die Provinz fahren, man kann König sein. Man kann wieder zurück nach Berlin kommen, um Sonntag abends auf ein Konzert von Fettes Brot zu gehen. Eigentlich ja paradox, dass man aus dem Norden nach Berlin kommt, um die Brote zu sehen. Aber gerade auch ein Paradoxon ist eben wieder im Bereich des Möglichen. Mann kann nach Tallinn in den Urlaub fliegen, die Fähre nach Helsinki nehmen, wieder zurück nach Tallinn cruisen. Man kann kurz die einen Sachen aus der Tasche auspacken, die anderen einpacken und wieder in den Norden fahren. Nur, um nach langer Zeit mal wieder mit seinen alten Freunden zusammen Handball zu spielen, in einem Dorf nahe des Nord-Ostsee-Kanals. Dafür kann man sich auch mal die Blöße geben, das Trikot eines anderen Vereins überzustreifen. Auch, wenn das der FC St. Pauli ist. Und dann kann man auch irgendwann mal zur Ruhe kommen und wieder so langsam nach Berlin zurückkehren und sich auf die noch ausstehende mündliche Prüfung die EM vorbereiten. Man kann auch endlich wieder bloggen und sich mal dieser oder jener Website widmen. Sowohl in kreativer als auch bloß in konsumierender Hinsicht. Und man kann sich mal wieder einen Job suchen, vom Lernen profitiert man finanziell nämlich nicht direkt, eher umgekehrt. Mag ja sein, dass sich das in meinem potentiellen Gehalt später mal relativiert, davon hat mein Konto im Moment aber nichts.

Alles in allem kann man wieder ein normales Leben führen. Und das mit dem Wissen, wenigstens etwas mal erreicht zu haben. Gutes Gefühl, kann ich Euch sagen.

Ach ja, und man hat seine Examensklausuren hinter sich.