EMtertainment

Yes! Noch ein paar mal schlafen, dann ist es wieder soweit. Endlich steht das nächste große Turnier an. Sicher, es wird nicht so wie die WM, die war in Deutschland und sie war WM und größer und länger und ich hatte ein Halbfinalticket und überhaupt. Zumindest fußballerisch ist einer EM aber tendenziell eine höhere Erwartungshaltung als einer WM entgegenzubringen. Und Österreich bzw. die Schweiz ist ja auch nicht weit weg.

Was aber ist denn notwendig, um adäquat auf dieses Ereignis vorbereitet zu sein? Ich meine, man braucht

  • die ausreichende emotionale Motivation. Man muss sich darauf freuen, Lust darauf haben, sonst nützt alles andere nichts. Ich freue mich spätestens seit der Stunde darauf, da ich in Dortmund das Westfalenstadion mit dem beschissenen Gefühl verließ, dass dieses Turnier gerade für mich emotional beendet war. Vielleicht freue ich mich auch schon seit dem Spiel gegen die Tschechen 2004 darauf oder gar seit 2000, als es ähnlich enttäuschend zuging. Tatsache ist nämlich, dass Deutschland seit dem EM-Finale 1996 kein Spiel bei einer Europameisterschaft mehr gewinnen konnte. Wenn das nicht Motivation genug ist.
  • die Zeit, auch entspannt die Spiele sehen zu können. Wie soll man sich sonst entspannen, wenn man weiß, dass man eigentlich gar keine Zeit hat, weil man arbeiten oder lernen oder sonstwas tun muss? Ich muss zwar auch arbeiten und lernen, aber glücklicherweise kann ich den Rahmen selbst bestimmen. Mich könnt ihr also immer anrufen, um Fußball zu gucken, ich bin dabei.
  • mindestens ein Tippspiel. Sonst gibt es gar keinen Grund, sich auch für Griechenland vs. Russland zu begeistern. Und man muss ja wenigstens zu Beginn des Turniers noch die Illusion haben, man sei ein echter Experte. Und wenn man es denn tatsächlich ist, refinanziert man damit seine drei Wochen. À propos: wer noch eines sucht oder wer gegen mich antreten will oder wer einfach noch nicht angemeldet ist, dem rate ich, dies schnellstens zu tun. Hier!
  • eine gute Public Viewing Location. Das ist wohl das Schwierigste. Denn dort sieht man schließlich erfahrungsgemäß die wichtigen Spiele. Diese darf nicht zu groß (Fanmeile) sein und nicht zu klein (eine Kneipe für 30 Leute ist nett, aber wenn man zu zehnt kommt, ist es meist schon zu voll). Außerdem muss die Athmosphäre stimmen, d.h. es sollten mehr als die Hälfte der Leute dort um des Fussballs willen hinkommen. Der Rest sollte sich zumindest damit abfinden, dass getrunken, geraucht, geschrien, gesprungen und geheult wird. Wo das nicht geht, bin ich zum letzten Mal gewesen. Sich hier festzulegen, ist a) heute gar nicht nötig und b) auch gar nicht möglich, da man sich erstmal ein Bild machen muss, wenn es losgegangen ist. Schade nur, dass man dafür nur einen Tag Zeit hat. Dann spielt Deutschland, dann ist keine Zeit mehr zum Ausprobieren!
  • eine gute Verpflegungssituation. Für mich ist das vornehmlich das Vorhandensein von Bier und etwas zu essen. Wenn man wie ich wegen meiner bescheuerten Planung vergessen hat, das Paket abzuschicken und damit nicht zu den glücklichen Gewinnern von 40 Kisten österreichischem Bier gehört, muss man sich mit dem örtlichen Getränkehandel zufrieden geben. Auch, wenn der gemein ist. Was das Essen angeht, braucht man entweder Zeit und Muße zum Kochen. Die hab’ ich bei Deutschlandspielen schon mal nicht. Oder das Glück eines halbwegs in der Nähe befindlichen Ladens, der Schmackhaftes zu fairen Preisen zuzubereiten in der Lage ist. Da habe ich in diesem Jahr außerordentliches Glück. Unten im Haus hat gestern (GESTERN!) eine neue Pizzeria eröffnet, deren Eröffnungsangebot (jede Pizza 2,50 Euro) wohl die nächsten drei Wochen andauern sollte. Und die Pizza ist wirklich in Ordnung. Was aber mach’ ich, wenn wir gegen Italien spielen?
  • eine gute Bleibe, in der man die weniger wichtigen Spiele gucken und sich den Rest der Zeit mit Arbeiten, Lernen, Schlafen oder Daddeln vertreiben kann. Auch da bin ich in einer hervorragenden Situation. Ich wohne in einer Wohnung mit mehreren Betten (Hammer!) und mehreren Fernsehern (Hammer!) und Internet (auch Hammer!). Und da aus unerfindlichen Gründen die Hausverwaltung den Bewohnern besagter Wohnung vor zwei Wochen mitteilte, dass sie wegen den im letzten Jahr eingesparten Betriebs- und Heizkosten eine deftige Rückzahlung bekommen, befindet sich auch ein Beamer (BEAMER!) und eine Nintendo Wii (ENDLICH!) auf dem Weg in diese Wohnung! Und das is’ mal rischtisch geil! Wer also noch nicht weiß, was man so machen kann, wenn gerade keine Spiele sind, ich wüsste da was…
  • einen Plan. Den braucht man nicht unbedingt, aber ich konnte nicht umhin für eine Europameisterschaft, die in so unmittelbarer Nähe stattfindet, den Plan zu schmieden irgendwie auch vor Ort zu sein. Und da ich noch nie wirklich in Wien war und sich ein ausgezeichneter Reisebegleiter gefunden hat, werde ich während des letzten Vorrundenspiels der deutschen Mannschaft (in Wien) und auch während des Viertelfinals (ebenfalls in Wien, wenn Deutschland Gruppenerster wird) in der EM-Stadt sein. Zwischendurch vielleicht mal irgendwo zum Baden raus aus der Stadt oder so. Karten haben wir natürlich nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wer mir aber welche schenken will, bitte! Dann Von dort ist es auch gut möglich, dass ich ein wenig bloggen werde. Könnte ja ganz interessant werden da unten. Wien-Tipps oder must-sees bitte in die Kommentare oder per e-mail an mich.

Mehr braucht es nicht. Außer Michael Ballack (mann, is’ der stark!)

Meine Herren, bin ich gut vorbereitet! Wie steht’s mit Euch?

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