Lagebericht aus Wien

Live-Blogging aus der Stadt, in der in elf Tagen Michael Ballack unseren Pokal in die Höhe stemmen wird!

Wenn man die Stimmung der deutschen Mannschaft einfangen will, muss man ihr möglichst nahe sein. Das tue ich. Am Sonntag reiste ich quasi parallel mit dem Team an, die Jungs aus dem Tessin, ich aus Frankfurt. Irgendwer musste ja schließlich auch nochmal im DFB-Hauptquartier nach dem rechten sehen, nicht auszudenken, was geschähe, wenn am nächsten Sonntag zur großen Empfangsfeier nicht alles perfekt vorbereitet ist. Abends stattete ich dann gleich persönlich der Wiener Bleibe der Deutschen einen Besuch ab. Ich selbst logiere nicht im Hilton, da 1.das Gebäude von außen zu hässlich ist und man mir 2.das Angebot machte, im Gasometer zu nächtigen, einem avantgardistischen Werk der Architekten von Coop Himmelblau. Dass die Teile optisch gelungen sind und auch innen gestalterisch wenig zu wünschen übrig lassen, unterschreibe ich. Wer aber, frage ich mich, hat bei den Stararchitekten mal an die Menschen gedacht, die darin wohnen sollen? Viele Fenster sind in den Wohneinheiten nicht machbar, okay. Aber die Belüftung hätte man besser lösen können. Na ja, Hauptsache es sieht gut aus.

Auch am Montag konnte ich den Spielern von der Straße vor ihrem Hotel Mut zusprechen und mal den Mannschaftsbus inspizieren. Alles in Ordnung. Ich selbst nahm dann die U-Bahn zum Stadion, da ich keine unnötige Unruhe im Bus stiften wollte. Dass ich nicht im Stadion sein konnte, ist einfach den horrenden Schwarzmarktpreisen geschuldet ist ja klar, die Jungs waren auch so schon nervös genug. Es hat dann ja aber alles geklappt und jetzt haben sich alle ein wenig Entspannung verdient. Die Mannschaft weilt im Tessin, der Trainer auf der Tribüne und mich verschlug es für einige Tage an den Neusiedler See.

Hier kann man mal abschalten, hier ist es ruhig. Abgesehen von dem Kindergarten der Jugendgruppe neben unserem Zelt, die nichts besseres zu tun haben als den ganzen Tag ihre noch nicht gemachten sexuellen Erfahrungen in einem “Wahl, Wahrheit oder Pflicht”-Spiel auszutauschen. Nett auch ihr Lehrer, der nachdem sich die Chose zwei Mal mit ihrem gesamten Inhalt auf dem Rasen verteilt hatte bei Befüllung unserer Müllsack-Kühlschrank-Konstruktion ob der Anzahl der Bierdosen nachfragte, ob wir denn noch viele Gäste erwarteten oder lange zu bleiben vorhätten. Beiden Fragen konnten wir entgegnen: “Nein, wir trinken nur viel!”

In diesem Sinne, entspannt Euch bis zum Viertelfinale

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1 Response to “Lagebericht aus Wien”


  1. 1 Toni

    in diesem sinne: ich hab kondome dabei aber keinen tee…

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