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letzter abend vor 2008

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Bild via Terry Rodgers

Weihnachten ist vorbei. Abgesehen vom Tannenbaum (der bleibt in protestantischen Kreisen traditionsgemäß bis zum 6. Januar stehen) ist auch alles, was an das Fest erinnert weitestgehend verschwunden. Auch der Kater. Die arbeitende Bevölkerung geht derzeit wieder ihrer beruflichen Tätigkeit nach, der Rest macht ohnehin nie etwas anderes. Aber alle bereiten sich mehr oder weniger auf eine der meist schlechtesten manchmal auch besten wichtigsten Partys des Jahres vor. In diesem Jahr wird eines definitiv ausfallen bei mir und das ist eine große Feier in den eigenen vier Wänden. Nach den beiden letzten Jahren und der aktuellen Situation ist das einfach nicht drin. Daher also die Frage: Wohin führt einen der Weg am letzten Abend des Jahres? Für Berlin habe ich mich schon entschieden, irgendwelche Vorschläge von Euch bezüglich einer konkreten Location? Wer nicht in Berlin feiert, was macht Ihr so?

heilig abend

Euch allen auf diesem Wege:

Frohe Weihnachten!

Bleibt mir gewogen, bis die Tage.

greunen kohl

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Wie stimmt man sich als Norddeutscher am besten darauf ein, schwer kommerzielle “Weihnachtsmärkte” vor Ruinen hinter sich zu lassen und den Weg in die Heimat anzutreten?

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Mit einem schwer traditionellen Grünkohl-Essen und den obligatorischen Kaltgetränken dazu natürlich. So geschehen gestern. Zwar konnte der türkische Verkäufer im Supermarkt die riesigen Säcke Grünzeug thematisch nicht einordnen, aber das muss er auch nicht, schließlich kennen Grünkohl viele Süddeutsche nicht einmal.

Es folgen hoffentlich entspannte Tage in der schleswig-holsteinischen Tiefebene.

stettinski

Gepeinigt von Touristen, die zu ganz schlechter Musik vor der Bibliothek ihr Berlin-Erlebnis in Form von Eislaufen feiern, sucht man nach Möglichkeiten, die letzten Tage bis Weihnachten sinnvoll zu überbrücken. Abhilfe schaffen kann in solchen Situationen immer ein Ortswechsel. Ein Ausflug. Zum Beispiel nach Polen, in unserem Fall nach Stettin (oder korrekt: Szczecin). So kann man sich nämlich gleichzeitig noch ein Bild vom aktuellen Status des ersten EM-Gegners machen.

Wenn man sich von Kreuzberg aus mit dem Auto in Richtung Stettin aufmacht, kann ich die zunächst nahe liegende Ausfahrt aus imgp2818.JPGder Stadt übers Adlergestell nicht empfehlen. Ist nämlich eigentlich genau die falsche Richtung. Wenn man das dann in Altglienicke endlich auch merkt, sollte man schleunigst nach Norden abdrehen. Irgendwann schafft es aber auch der größte Depp, den richtigen Weg zu finden und landet - ob über die Autobahn direkt oder wie wir über einige unaussprechliche Vororte - letzten Endes in der Innenstadt von Stettin.

Stettin hat enorme +Punkte: man kann sich ein 4*-Hotel leisten, weil es das Gleiche kostet wie andernorts eine Jugendherberge; man kann aus gleichem Grund auch in die besten Restaurants der Stadt gehen; man kann danach zum Kuchen essen mitten im Zentrum im 22. Stockwerk eines Turms sitzen und über die nächtliche Stadt schauen (Café 22, sehr zu empfehlen, nicht nur wegen der wirklich hervorragenden Auswahl an Kuchen, z.B. die Tort Szwarzwaldzki(kein Scherz!), die beste ist aber die Tort Kajmakowy, sondern oder auch gerade wegen der sehr feierfreundlichen Öffnungszeiten, am Wochenende bis Mitternacht); man könnte kann sich in Kneipen betrinken; man kann weiterziehen in Jazzclubs und dort weiter trinken; man kann später einkehren in einen Club, der Rockmusik spielen soll, diesen muss man allerdings anhand der Beschreibung der Stettiner Studenten erstmal finden; man kann dann irgendwann ins Hotel zurückgehen, sich ausschlafen und den nächsten Tag mit einer Runde im Pool und einer weiteren im Jacuzzi beginnen; man kann sich an einem herrlichen Wintertag die Stadt erstmals bei Tageslicht betrachten und das übliche Sightseeingprogramm absolvieren; man kann nach einem kurzen Einkaufsbummel im Galaxy-Einkaufszentrum und einem letzten Stück Kuchen über der Stadt die Heimfahrt antreten und sich auf die abendliche Feier zurück in Berlin freuen.

Von -Punkten würde ich jetzt nicht sprechen, eher von kleinen Schönheitsfehlern, die gibt es dort aber: 4*-Hotel ist nicht gleich 4*-Hotel; man lebt in Polen zwar vergleichsweise günstig, wenn man richtig “auf die Kacke haut”, macht sich das hinterher aber sehr wohl finanziell bemerkbar; sogenannte Hamburger bestehen aus einem smteddy1.jpgFladenbrot mit zwei Frikadellen Buletten, ordentlich Krautsalat, sehr vielen sauren Gurken und noch mehr Sauce darin, das kommt gar nicht gut, wenn man sich auf einen Hamburger freut; so schön die Architektur der Stadt auch ist, man kommt nicht umhin zu bemerken, dass auch dort die Zeit im Ostblock ihre Spuren im Stadtbild hinterlassen hat; man kann sich nur verständigen, wenn der/die Angesprochene Deutsch oder Englisch versteht (das liegt natürlich nicht an der Stadt, sondern daran, dass man einfach kein Polnisch versteht, geschweige denn sprechen kann); ohne eine präzise Karte findet man sich nur bedingt zurecht, Straßen oder Beschilderung kann man das jedenfalls nicht überall nennen.

Fotos vom Trip wie immer erstmal bei flickr, die persönlichen auch wie immer nur für Friends. Wohin auch immer Euer Weg Euch führen mag, ein Mal vor Weihnachten ‘raus der Stadt oder der sonst gewohnten Umgebung zu kommen, kann jedenfalls nicht schaden.

Bon Nadel!

Was auch immer man von diesem Fest halten mag, zumindest Kinder macht es ja doch immer wieder glücklich. Und wenn man das dann selbst als Weihnachtsmann bei der Nachbarstochter miterlebt, erkennt man wenigstens in dem Moment einen Sinn. Der Weihnachtsmannbezirk Mittelholstein gilt damit als abgehakt.
In diesem Sinne allen frohe Weihnachten, macht Euch ein paar entspannte Tage! Silvester wird hart!

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fluchen beim buchen

Wie schön waren doch die Zeiten als ich noch einen sogenannten Dienstausweis mein eigen nennen konnte? Damals - als Zivildienstleistender - war es nicht einmal vonnöten, sich auch nur in irgendeiner Weise vorzubereiten, wenn ich mal den Weg in meine Heimat antreten wollte. Lediglich zum Bahnhof musste ich fahren und in den richtigen Zug einsteigen. “Familienheimfahrt” hieß das und es wurde selbstverständlich ausschließlich der ICE genutzt. Auch, wenn ein anderer Zug früher angekommen wäre, der nächste ICE war es mir immer wert. Heute ist das alles ein wenig anders. Mein Dienstausweis ist lange vergilbt (und in meiner ehemaligen Dienststelle sicher verwahrt, Eingeweihte könnten dies als Präventionsmaßnahme betrachten) und mittlerweile besitze ich nicht einmal mehr eine Bahncard. Das Unternehmen Heimfahrt gestaltet sich daher jedes Mal recht kompliziert. Die vergebliche Suche nach einer direkten Busverbindung in mein Heimatdorfmeine Heimatstadt, die verzweifelte Suche nach einer halbwegs erschwinglichen Bahnverbindung und letztlich die verabscheute Suche nach passenden Mitfahrgelegenheiten. Irgendwie kann ich mich mit dem Status Mitfahrer nicht mehr so recht anfreunden. Das Angewiesensein auf andere Leute, diese nervtötenden Smalltalk-Gespräche in viel zu engen bei Autovermietungen sicher in der Kategorie “mini” zu finden Gefährten, die Halsabschneider von Fahrern (vier Leute in den Polo quetschen und dann 15 Euro vom U-Bhf. Wannsee nach Hamburg U-Bhf. Ritterstraße nehmen). Alles zum Kotzen. Vielleicht hab’ ich das Ganze aber einfach auch schon zu oft gemacht. Dennoch ist es oft die günstigste Möglichkeit von A nach B zu kommen (abgesehen vom Trampen, aber dafür fehlt mir die Zeit). Und manchmal ist es auch gar nicht so schlimm. Diesmal werde ich wohl den Bus nehmen. Dazu muss ich mich zwar recht früh auf den Weg machen (Abfahrt 8h morgens), dafür fährt er fast direkt vor der Haustür ab. Und teurer als die Mitfahrangebote ist es unter Umständen gar nicht. Trotzdem hätte ich gerne meinen Dienstausweis zurück.

Die besseren Erkenntnisse des Wochenendes: einen wunderbaren Einstieg ins Wochenende bekommt man auf einem Weihnachtsmarkt in einem historischen Gebäude (Villa Elisabeth in der Invalidenstraße), auf dem Designer verkaufen (alles 3 bis 33 Euro) und für Essen, Getränke, Geschenke, Optisches und Musik gesorgt ist. Am Freitag abend sogar durch einen Auftritt der Puppetmastaz. Gab’s leider nur dieses Wochenende, wollte ich aber trotzdem erwähnt haben.

Samstags in Berlin findet wohl jeder eine Beschäftigung, die einem den Sonntag versaut. Insofern war da die Party in meiner Ex-WG nur eine der zahlreichen Möglichkeiten. Allerdings muss der Sonntag nicht gänzlich aus dem Kalender gestrichen werden. Denn dank der neuen Regelung der Ladenschlusszeiten in Berlin konnte man bei Dussmann jeden Tag bis 2h nachts und an den Wochenenden vor Weihnachten quasi rund um die Uhr einkaufen. Hammer!

Die letzte Neuigkeit ist eher für die kommenden Wochenenden: Der Tresor macht wieder auf! Der Technotempel der 90er Jahre hat eine neue Location gefunden, ein altes Heizkraftwerk an der Spree bei mir um die Ecke. Und obwohl ich sicher nicht der techno-affinste Typ bin, werde ich mir das mit Sicherheit ansehen, bevor das Ding wieder “für immer” schließt. (via hauptstadtblog)