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maria, das hätte ich nicht von dir gedacht (2)

Heute berichtete dann auch spreeblick über die Razzia, mit einem ganz interessanten Link zu einem Augenzeugen. Einem, der an diesem Abend leider feststellen musste, dass es eine Underground-Party in dieser Stadt gibt, von der wirklich nur Eingeweihte wissen: Der Polizeiball. Was man dort so über das Vorgehen der Grünen in der Maria liest, ist im Lichte meiner kürzlich erworbenen Polizeirechtskenntnisse doch mehr als fragwürdig. Pretty Underground eben.

pretty underground via

maria, das hätte ich nicht von dir gedacht

Samstag Nacht. Ca. 3h30. Berlin Friedrichshain. Auf dem Weg von einem Geburtstag im P’berg zurück nach Kreuzberg. Wenn man mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss man zwangsläufig an irgendeiner Stelle die Spree überqueren. Ich tue das meist über die (Schilling-)Brücke am Ostbahnhof. So auch letzte Nacht. Dort sah man zwar schon von weitem Blaulicht, aber in Berlin wundert man sich darüber eigentlich nicht mehr und macht sich erst recht keine weitergehenden Gedanken. Die Petermännchen haben sicherlich ihre Mission und dann sollen sie doch.

Diesmal waren es allerdings ziemlich viele Petermännchen und ziemlich viele von ihren Peterwagen. Anders gesagt: die gesamte Brücke stand voll, alles abgesperrt. Als Radfahrer konnte man zwar ungehindert passieren, wunderte sich aber schon. Was machen die denn da? Auf der Schillingbrücke gibt es ja sonst nichts zu sehen, auch nicht für die Grünen. Blieb also nur die Maria. Und der erste Gedanke: Razzia.

So war es dann auch. Von 2h bis 5h40 mit Drogenhunden durch den Club. Herrlich. An alle Drogenabhängigen: Die Maria sollte in nächster Zeit safe sein. Oder gerade nicht, wenn den Jungs mal wieder langweilig ist. Gut, das war nicht die erste Razzia in dieser Stadt und außer den Leuten in dem Club wird wohl kaum jemand Notiz davon genommen haben, aber eine Sache finde ich doch ganz amüsant. In der Pressemeldung der Polizei wird wie folgt formuliert: “Da die Beamten den Verdacht hatten, dass dort auch mit Rauschgift gehandelt wird, …”

Mann! Die handeln da mit Rauschgift! Also das hätte ich nun wirklich nicht gedacht. In Berlin. In einem Club. Rauschgift?

hier am wochenende

Ein Wochenende wie man es nur in Berlin erleben kann. Wo sonst kann man den Freitag Abend in einer Strandbar an der Spree in der Hängematte beginnen? Wo sonst kann man sich Samstag Abend um 21h30 überlegen, dass man noch einkaufen müsste? Wo sonst kann man um 1h30 auf eine Party kommen, die zwei Straßen von daheim entfernt liegt und deren eigentliche Location im Keller nur durch eine Treppe in einem Schrank in der Ecke einer Kneipe zu erreichen ist? Wo sonst kann man Sonntag Abend in einem Schiff in der Spree baden und dabei Live-Jazz hören? Wo sonst geht man dann auf dem Weg zurück nach Hause noch Köfte beim Türken holen?

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fluchen beim buchen

Wie schön waren doch die Zeiten als ich noch einen sogenannten Dienstausweis mein eigen nennen konnte? Damals - als Zivildienstleistender - war es nicht einmal vonnöten, sich auch nur in irgendeiner Weise vorzubereiten, wenn ich mal den Weg in meine Heimat antreten wollte. Lediglich zum Bahnhof musste ich fahren und in den richtigen Zug einsteigen. “Familienheimfahrt” hieß das und es wurde selbstverständlich ausschließlich der ICE genutzt. Auch, wenn ein anderer Zug früher angekommen wäre, der nächste ICE war es mir immer wert. Heute ist das alles ein wenig anders. Mein Dienstausweis ist lange vergilbt (und in meiner ehemaligen Dienststelle sicher verwahrt, Eingeweihte könnten dies als Präventionsmaßnahme betrachten) und mittlerweile besitze ich nicht einmal mehr eine Bahncard. Das Unternehmen Heimfahrt gestaltet sich daher jedes Mal recht kompliziert. Die vergebliche Suche nach einer direkten Busverbindung in mein Heimatdorfmeine Heimatstadt, die verzweifelte Suche nach einer halbwegs erschwinglichen Bahnverbindung und letztlich die verabscheute Suche nach passenden Mitfahrgelegenheiten. Irgendwie kann ich mich mit dem Status Mitfahrer nicht mehr so recht anfreunden. Das Angewiesensein auf andere Leute, diese nervtötenden Smalltalk-Gespräche in viel zu engen bei Autovermietungen sicher in der Kategorie “mini” zu finden Gefährten, die Halsabschneider von Fahrern (vier Leute in den Polo quetschen und dann 15 Euro vom U-Bhf. Wannsee nach Hamburg U-Bhf. Ritterstraße nehmen). Alles zum Kotzen. Vielleicht hab’ ich das Ganze aber einfach auch schon zu oft gemacht. Dennoch ist es oft die günstigste Möglichkeit von A nach B zu kommen (abgesehen vom Trampen, aber dafür fehlt mir die Zeit). Und manchmal ist es auch gar nicht so schlimm. Diesmal werde ich wohl den Bus nehmen. Dazu muss ich mich zwar recht früh auf den Weg machen (Abfahrt 8h morgens), dafür fährt er fast direkt vor der Haustür ab. Und teurer als die Mitfahrangebote ist es unter Umständen gar nicht. Trotzdem hätte ich gerne meinen Dienstausweis zurück.

Die besseren Erkenntnisse des Wochenendes: einen wunderbaren Einstieg ins Wochenende bekommt man auf einem Weihnachtsmarkt in einem historischen Gebäude (Villa Elisabeth in der Invalidenstraße), auf dem Designer verkaufen (alles 3 bis 33 Euro) und für Essen, Getränke, Geschenke, Optisches und Musik gesorgt ist. Am Freitag abend sogar durch einen Auftritt der Puppetmastaz. Gab’s leider nur dieses Wochenende, wollte ich aber trotzdem erwähnt haben.

Samstags in Berlin findet wohl jeder eine Beschäftigung, die einem den Sonntag versaut. Insofern war da die Party in meiner Ex-WG nur eine der zahlreichen Möglichkeiten. Allerdings muss der Sonntag nicht gänzlich aus dem Kalender gestrichen werden. Denn dank der neuen Regelung der Ladenschlusszeiten in Berlin konnte man bei Dussmann jeden Tag bis 2h nachts und an den Wochenenden vor Weihnachten quasi rund um die Uhr einkaufen. Hammer!

Die letzte Neuigkeit ist eher für die kommenden Wochenenden: Der Tresor macht wieder auf! Der Technotempel der 90er Jahre hat eine neue Location gefunden, ein altes Heizkraftwerk an der Spree bei mir um die Ecke. Und obwohl ich sicher nicht der techno-affinste Typ bin, werde ich mir das mit Sicherheit ansehen, bevor das Ding wieder “für immer” schließt. (via hauptstadtblog)