Tag Archive for 'journalism'

Mgzn

wwwirliebenjpg.jpeg

Bis ich mal dazu komme, Sachen zu bloggen, sind sie meistens schon wieder so alt, dass ich es dann gleich wieder lasse. Bei dieser Sache lief ich da nicht so große Gefahr, dass so etwas passiert:

Es gibt die Idee zu einem neuen Magazin, zusammengestellt aus dem besten aus 50 anderen Magazinen, Zeitschriften, Zeitungen, etc. Als Printversion. Ich bin gespannt, hört sich zumindest interessant an.  Und ich trage meinen Teil zu den benötigten Bestellungen bei.

via

kerner raus!

Ich konnte es mal wieder nicht fassen. Da schalte ich mal nebenbei ein Fußballspiel im Fernsehen ein. Soll ja vorkommen, dass man sowas macht. Roter Stern Belgrad vs. Bayern München in der Gruppenphase des UEFA-Cups. Im ZDF. Gut, kann man nichts machen. Besser als ProSieben. Moderation: Kerner. Wer auch sonst? Und was dieser Mensch sich wieder geleistet hat…. Die Chose mit Frau Herman lasse ich mal bewusst unkommentiert, aber hierzu kann ich mal ‘was sagen:

Da steht also Johannes B. in Belgrad an einem dieser in-häßlichen-Neubauten-stehen-solche-Dinger-als-Rednerpult-in- Konferenzräumen-rum-Moderations-Pulte und “moderiert das Spiel an”. Sein (zumindest emotional) wichtigstes Thema: Im Belgrader Stadion haben die Zuschauer an ihre Sitze sogenannte Kassenrollen montiert bekommen. Diese sind dafür vorgesehen, gleichzeitig von allen Plätzen kurz vor Anpfiff in den Innenraum geworfen zu werden. Das ergibt dann ein wunderschönes Bild, wenn zehntausende Kassenrollen im gleichen Moment durch die Luft (und sich dort abrollend) schweben, den gleichen Effekt kennt man beispielsweise bei Goldregen. Kennt man. Rangiert bei Insidern der Fanszene seit Langem unter dem Begriff “Choreographie”. Selbst dem aufs Fernsehen beschränkten Fussballfan sind diese Bilder seit mindestens zehn Jahren gerade in Süd- und Osteuropa nicht neu. Nur Kerner kennt sie offensichtlich nicht. Beschwert er sich doch mehrfach über das Untätigbleiben der UEFA angesichts der “gefährlichen” Wurfgeschosse dieser “Idioten”. Einige würden sogar “bis aufs Spielfeld” fliegen. Das veranlasst Kerner dann auch, einige Schritte zurück zu weichen, da er sich “selbst nicht mehr ganz sicher” fühlt.

Da läuft also ein langjähriger Fussballkommentator in Europas Stadien vor einigen Kassenrollen weg, die in dieser Art der Verwendung seit Jahren gang und gebe sind. Und echauffiert sich noch darüber, dass die UEFA nichts dagegen unternimmt.

Nun ja, wenn das allerdings der Weg ist, diesen Typ endlich loszuwerden, kann man nur die Frequenz der Stadionbesuche in Zukunft erhöhen.

Kackt sich JBK eigentlich in die Hose und verbuddelt sich selbst im Mittelkreis, wenn auf den Rängen bengalische Feuer oder gar Rauchpulver gezündet wird? Dann könnte man ja von den Rängen Klopapierrollen werfen, hat den gleichen Effekt wie Kassenrollen, ist aber nicht so “gefährlich”.

r.i.p. RUND

Warum kann das Gute nicht überleben? Nachdem ich kürzlich schon ein Schreiben bekommen hatte, in dem ich als Abonnent des Fußballmagazins RUND doch um Geduld gebeten wurde und mit einem kicker-Sonderheft über die Zeit hinweg getröstet werden sollte, kam heute nun die wirklich schlechte Nachricht. Aus - wie sie es formulierten - “wirtschaftlichen Erwägungen” wird das Magazin leider eingestellt. Ein Armutszeugnis für dieses Genre des Journalismus. Wenn ich mir allerdings überlege, wer außer mir die RUND gelesen hat wahrscheinlich kein Wunder. Das einzig wirklich vernünftige Magazin zum Thema Fußball, dessen Inhalt über Mannschaftsaufstellungen und etwaige Transfers hinausging, gibt es nicht mehr. Und jetzt kommt mir nicht mit 11Freunde, das ist die Vanity Fair Deutschland in diesem Bereich. In punkto Kompetenz und auch Aufmachung meilenweit entfernt von dem, was man sich antun kann. Dass ich mein noch bis April 08 laufendes Abo durch ein kicker-Abo ersetzt bekomme (ohne Aufpreis, finanziell also gar nicht mal ein schlechter Deal), entschädigt mich in keinster Weise. Wird also bald wieder der kicker zu Hause ‘rumfliegen, besser als gar nichts.

Schön dagegen, dass sich endlich mal jemand, der a) Zugang dazu hat und b) seine Erfahrungen auch in für vernünftige Menschen verständliche Worte fassen kann, die drei neuen Konsolen “testgespielt” hat. Und auch dessen Fazit spricht für die Anschaffung der Nintendo Wii. Aber erst nach dem Sommer.

der nette herr aus esslingen

Mittlerweile kann ich es ja publik machen, da meine „Zielperson“ inzwischen Kenntnis von meinem Besuch in Frankfurt/Main hat. Ich bin also in Frankfurt. Obwohl man ja als Dorfkind tendenziell dazu neigt, unbekannte Großstädte – und dazu würde ich Frankfurt zählen – recht befremdlich zu finden, fühle ich mich in Frankfurt doch immer recht schnell wohl. Das liegt sicherlich daran, dass ich nicht das erste Mal hier bin und gute Freunde hier leben, aber eben auch an der ganz eigenen hessischen Ruhe, die einem jedes Mal wieder entgegengebracht wird.
Auf meiner Fahrt im ICE hierher hatte ich ein ganz interessantes Erlebnis. Anhand der Reservierungsanzeige über dem Sitz konnte ich sehen, dass der Platz neben mir von Braunschweig bis Stuttgart reserviert war. In Braunschweig stieg dann auch der zur Reservierung gehörende Herr zu und nachdem er die Steckdose gefunden hatte, startete er auch gleich seinen Rechner. Nur der wollte nicht. Nach zahlreichen stets durch ein Funkloch unterbrochenen Anrufen mit den „Computerexperten“ seiner „Firma“ gab ihm einer den entscheidenden Tipp. Er nahm die CD-ROM aus dem Laufwerk und alles funktionierte wie gewünscht. Windows!
Nun hatte er so ein Theater um seinen Rechner gemacht, dass ich nicht umhin kam, nachzusehen, was er denn da so Wichtiges zu erledigen hatte. Ein Blick genügte, um zu sehen, dass er bei der Esslinger Zeitung als Sportjournalismus im Ressort Fussball, also VfB Stuttgart tätig war. Und das Interview mit Horst Heldt (dem Manager des VfB), das er gerade abtippte gekoppelt mit seinem Einstieg in Braunschweig ließ auch unschwer erkennen, dass er vom gestrigen Pokalspiel des VfB in Wolfsburg kam. Da spätestens jetzt meine Neugierde geweckt war, begann ich ein Gespräch mit ihm. Sehr aufschlussreich, mal von einem Journalisten zu erfahren, wie man denn in diesen Kreisen über die aktuelle Situation in Stuttgart und der Bundesliga denkt. Und mit Verlaub, viel mehr als ich selbst konnte (oder wollte) der gute Mann auch nicht erzählen. Natürlich kennt er sich besser in der Szene aus, vor allem was die einzelnen Personen und deren Werdegang angeht, jedoch ist man anscheinend über seinen Eindruck, den man ja nur durch die Medien gewinnt, ganz gut informiert.
Jedenfalls kaufe ich mir morgen mal ein Exemplar der Esslinger Zeitung, mal schauen, was der gute Mann so schreibt. Und wie. Vielleicht ist ja doch Journalismus mein Ding.
Whatever, wenn man dem Fachmann aus dem Ländle Glauben schenken mag, wird der FC Schalke 04 wohl Deutscher Meister. Säggl!

fiel schlecht sachen

Ich merke es ja auch. Die Zeitabstände zwischen den einzelnen Einträgen werden immer größer. Ein weiteres unverkennbares Indiz dafür, dass ich dringend mal Urlaub brauche. Ab Donnerstag ist das dann auch so weit. Wenigstens zehn Tage mal kein Gesetz in die Hand nehmen, keine Bibliothek von innen, kein Training, keine Termine. Dann wird sich auch hier wieder mehr tun.

Andererseits, was soll man auch schreiben in diesen Tagen? Ich rege mich nur noch auf. Da schaltest Du den Fernseher ein und musst Dir auf einem Programm die Selbstbeweihräucherung eines alternden Pop-Produzenten (wäre er mal Produzent und also hinter der Kulisse geblieben) als Zeichentrick-”Movie” antun, auf dem anderen Programm das finanzielle Ausschlachten der eigenen Popularität bis es “weh tut”- in diesem Falle noch darüber hinaus. Traurig, dass sich nicht nur knapp 20.000 Menschen dafür in die KölnArena bewegen, sondern, dass eben auch mal 8 Millionen (das ist jeder zehnte, nur mal so zur Erinnerung) die kollektive Volksverdummung live im Fernsehen schauen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass ja eine der ersten Meldungen (in den Nachrichten! Unfassbar!) momentan das Befinden eines bescheuerten Eisbären ist.

Da wird man bescheiden. Man freut sich über die kleinen Lichtblicke in der Welt der Medien. Vielleicht ein Interview mit Smudo und Michi Beck von den Fantastischen Vier, drei Mal innerhalb einer Woche Lammbock im Fernsehen oder Niederlagen von Schalke 04 in einer wirklich netten Fußballkneipe eine Straße weiter. Oder - das muss ich mal hier erwähnen - der Maradona des Handballs: Ivano Balic, unglaublich, was dieser Mann leistet (gesehen im Spiel seiner Mannschaft aus Pamplona im Champions League Halbfinale in Kiel). Und ich persönlich konnte mich zum ersten Mal in meinem Leben wirklich über die Telekom freuen. Die hat nämlich ohne Aufpreis ein Upgrade unserer Internetconnection veranlasst. DSL 6000, ein weiterer Schritt zum Netzolymp.

“Quäl dich, du Sau!”

Ein großer Mann bei seinem kläglichen kleinen Abschied. Zufällig schaltete ich gestern abend bei Beckmann&Ullrich ‘rein. Normalerweise halte ich mich ja von den abgetakelten ran-Moderatoren so gut es geht fern, aber wenn wie gestern der Gast interessant ist, dann …

Da sitzt er dann, gezeichnet von den letzten Monaten. Widerwillig oder besser gesagt ahnungslos verzweifelt antwortet er auf die - ausnahmsweise - guten Fragen Beckmanns. Oft hat er auch keine wirkliche Antwort. Wirkt dümmlich. Immer wieder die Ausrede, er dürfe aufgrund des gegen ihn laufenden Ermittlungsverfahrens nichts sagen. Seine Anwälte hätten es ihm verboten. Denn in Deutschland würde das gerne verdreht und dann gegen ihn verwendet. Nun, es ist sicher richtig, dass Schweigen in einem Strafverfahren immer zu den besten Möglichkeiten zählt. Immer dann, wenn man bei einer Aussage eine Verurteilung befürchten müsste. Doch gilt in Deutschland auch die Unschuldsvermutung, sprich der Staat hat dem Beschuldigten die Schuld nachzuweisen, anderenfalls ist dieser freizusprechen. Dieses Ergebnis könnte Ullrich aber sofort herbeiführen, wenn er selbst seine Unschuld bewiese. Bisher hat er eigentlich alles getan, um eben das nicht zu erreichen. Dazu kommt, dass in Deutschland ein Ermittlungsverfahren (und auf diesem Terminus beharrt Ullrich (zu recht), denn verurteilt ist er noch lange nicht) nur dann eingeleitet wird, wenn ein hinreichender Tatverdacht vorliegt. Eine spätere Verurteilung muss wahrscheinlich sein. Das hat auch der Spiegel-Redakteur herausgefunden. Und die Indizienlage ist recht eindeutig. Ich persönlich halte zwar eine Verurteilung Ullrichs auch nicht unbedingt für wahrscheinlich, einen Unschuldsbeweis mittlerweile aber genauso wenig.

All dem zum Trotz ist gestern einer der ganz großen deutschen Sportler gegangen. Ich werde die Tour 1997 nicht vergessen. ulle_boelts_1997_dpa_150.jpgVor Ullrich hätte ich nie die Fernbedienung zur Hand genommen, wenn ein Radrennen übertragen worden wäre. Und das Zitat aus der Überschrift ist für mich auch eines der größten aller (Sport-)Zeiten (für die, die es nicht gesehen haben: es stammt von Udo Bölts, dem Teamkollegen Ullrichs, der ihn im Jahr seines Toursiegs damit den Berg hinauf befahl). Und sollte während seiner gesamten Karriere Doping im Spiel gewesen sein, so ist das verabscheuungswürdig. Aber welchen seiner Kontrahenten kann man von einem Verdacht 100%ig freisprechen? Wohl keinen (siehe letztes Jahr). Das macht seinen Fall nicht besser, dennoch ist der Radsport offensichtlich sehr anfällig und die eigene Dopingfreiheit auch immer nur auf dem Vertrauen zu Dritten zu gewährleisten. Wie dem auch sei, mir hat Jan Ullrich viel Freude bereitet und eines muss man ihm letztlich zugute halten: in seiner gesamten Karriere hat er nie schlecht über andere geredet, auch wenn deren Schuld längst bewiesen war. Und das sollte man ihm vergelten.

tempo

Ich konnte mich daran erinnern, irgendwo schon einmal davon gelesen zu haben - vielleicht hier. Als ich dann am Sonntag allerdings vom Niggelaus noch einmal eindringlich darauf hingewiesen wurde, habe ich sie mir besorgt - die Jubiläumsausgabe von TEMPO,tempo cover einer Zeitschrift, die es seit zehn Jahren eigentlich nicht mehr gibt. Und auch jetzt nur diese eine Jubiläumsausgabe. Die Autorenriege spricht für sich und optisch ist es allemal ein Genuss. Ob das Heft nun gut oder schlecht ist, bleibt jeder Einschätzung selbst überlassen. Einen Anspruch erfüllt es allemal, seinen Titel: Die Wahrheit. Vielleicht nicht an jeder Stelle (kann ich auch nicht beurteilen, gelesen habe ich bisher nur das wenigste), aber hier und da mit Sicherheit. Und wenn auch einige das möglicherweise anders sehen, ich denke, dass diese 4,50 Euro gut investiert sind.
Zum Beispiel in der Kategorie “Helden und Verräter” von 1996 bis 2006 gefallen die Zitate “Campino ist die Sabine Christiansen des Punk” oder “Das Bild (Steven Meisels) von Madonna nackt am Hubschrauber sagt mehr über die Frau aus als die Mona Lisa”. Oder “Ohne Salt-N-Pepa würde Missy Elliott heute nur ein Nagelstudio betreiben”. Ich könnte noch lange so weiter machen. Je mehr ich lese, desto mehr finde ich.