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bannig kommodig!

UPDATE: De fofftig Penns nicht nur mit neuer Website, sondern auch heute Abend LIVE im Kaffe Burger

Nun bin ich ja sicherlich nicht der musikaffinste Typ auf diesem Planeten. Dennoch habe auch ich etwas, was man entfernt als Musikgeschmack bezeichnen könnte. Und wenn man eben diesen einen ganzen Abend hätte bedienen wollen, würde man das ziemlich genau so machen wie die Veranstalter des Stadtfestes Oldenburg. In Oldenburg, falls es da Mißverständnisse geben sollte. Dort verschlug es mich durch die Biographie meines Freunds und Mitbewohners kürzlich hin. Uns war vorher nicht ganz klar, wer oder was genau uns dort erwartete (zumindest, was das Line-Up angeht - was uns sonst so erwartete, war ziemlich klar). Einzig Der Tante Renate hörte sich auf myspace schon so an, als könnte es uns gefallen. Dass der Protagonist Teil meiner pre-feierei Combo Bratze ist, wusste ich bis dato nicht. War also gut. Aber dem Regen und unserer Katerstimmung vom Vorabend in Oldenburg vermochten vor allem drei sehr nette Jungs aus Bremen zu trotzen. Electro-HipHop mit plattdeutschen Texten nennen sie ihre Art von Musik. Geht’s noch geiler? Klar, man kann das nämlich auch als “plattdüütsch-antrasht vull-up-de-twölf elektro-hiphop-geschranz” bezeichnen.
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De fofftig penns (myspace) gehören deshalb ab sofort zu meinen Lieblingsbands. Und wie es der Zufall so wollte, hab’ ich die Boys ein Wochenende später in Berlin wieder getroffen. Der Tante Renate war nämlich hier. Un da kanns ja mol’n Beer supen gohn, so up’n Sünndag Avend. Hew ick mi dacht…

wer versteht die welt?

Jetzt ist er doch noch gekommen, der fiese Berliner Winter. Komischerweise nach dem Frühling, der schon da war, aber egal. Nicht nur, weil ich endlich mein gesamtes Bekleidungs-Equipment einem echten Härtetest unterziehen kann, auch weil es dann allein der Temperatur wegen in der Bibliothek angenehmer ist als draußen und weil das nach-Hause-kommen den maximalen Wohlfühl-Faktor (so heisst das wohl derzeit) erhält, kommt mir das zupass. Das kann auch ein Aufsatz über den sogenannten Bonifatius-Fall (ein Pfarrer vermacht seine Wertpapiere dem Bonifatius-Verein kurz vor seinem Tod, seine Erbin verlangt die Wertpapiere vom Verein heraus) nicht beeinflussen. Der Fall stammt aus dem Jahr 1910, damals war man wohl so drauf, dachte ich. Schlägt man allerdings die Zeitung von heute (also 2007, knapp 100 Jahre später) auf, liest man von einer hysterischen Meute, die an den Strand geschwemmtes Frachtgut an der englischen Küste einsammelt und bei ebay verkauft. Dass das Eigentum an den Sachen so was von eindeutig bei den ursprünglichen Eigentümern verbleibt, könnte ich jetzt genau erklären, es erschließt sich aber auch jedem Laien. Die Menschen haben es also immer noch nicht gelernt, sogar müsste man die Erbin von damals in Schutz nehmen, die Rechtslage in diesem Fall ist heftig umstritten.

Alldieweil ist morgen schon wieder Mittwoch, und damit die Hälfte der Woche wieder vorbei. Gefällt mir. Am Wochenende ist Elternbesuch zu erwarten, heißt Restaurantbesuch kann wohl eingeplant werden. Wenn jemandem noch außergewöhnliche Kulturereignisse am Wochenende, die nicht auf herkömmlichen Wegen zu erfahren sind, bekannt sein sollten, möge er es mir doch bitte mitteilen. Auch das ist Teil der begriffsverdrehten elterlichen Fürsorge.