Tag Archive for 'paris'

merci à la française

Klar, keine Zeit zum Bloggen. Aber das muss jetzt sein:

Heute hat mich eine Französin sehr glücklich gemacht! Es war so richtig befriedigend und ich hätte nicht gedacht, dass eine Staatsangehörige der Grande Nation einmal ein derartiges Gefühl in mir auslösen können würde. Einfach so, mitten am Tag, hier in Berlin. Nie zuvor hatte ich die Dame gesehen und niemals werde ich sie aller Wahrscheinlichkeit nach wiedersehen.

Catherine J. schickte mir nämlich heute per email die Ergebnisse meiner beiden Semester an der Universität Paris X - Nanterre. Zur Erinnerung: Meine letzte Prüfung dort hatte ich am 07. Juni 2006(!!!), also vor gut anderthalb Jahren. Nicht, dass ich mich bisher nicht um einen Leistungsnachweis bemüht hätte, an einer Hand kann man die emails jedenfalls nicht mehr abzählen, die ich an alle möglichen Damen und Herren in Nanterre versandte. Eine befriedigende Antwort bekam ich nie. Und so wusste ich bis zum heutigen Tage auch nicht, ob meine letzte mündliche Prüfung sehr darunter gelitten hatte, dass die Professorin deren wahren Vorverlegungsgrund - den Beginn der WM in Deutschland - sagen wir mal…erahnte. Nun ja, ich hatte Schlimmeres erwartet. Mein Ziel des Frankreichstudiums habe ich erreicht und damit will ich es mal belassen.

Im Zuge meiner Anmeldung zum Examen in Berlin in den nächsten Tagen wollte man beim hiesigen Justizprüfungsamt nämlich einen Nachweis über die Zeit in Frankreich  und ich hatte ehrlich gesagt die Hoffnung aufgegeben, jemals rechtzeitig einen solchen zu bekommen. Aber 2008 scheint das Jahr der Wunder zu sein (ich hörte von einem Fall der Kulanz bei der Deutschen Bahn) und da fragt man dann nach irgendwelchen Gründen einfach nicht mehr nach.

Ich wünsche Euch allen ein persönliches Wunder in 2008. Muss ich mir jetzt eigentlich Gedanken machen, weil meins schon geschehen ist?

bizarre

Ja gut, vielleicht bin ich bescheuert. Aber keiner kann mir erzählen, dass er noch nie bei youtube nach Begriffen gesucht hat, die eigentlich nichts Sinnvolles zutage fördern können. Dabei ist diese Geschichte es wirklich wert, erzählt zu werden. Es war nämlich auch gar kein Wort, was man nicht publik machen sollte.

Ich sitze also eines abends nachts vor meinem Rechner und gebe bei youtube den Namen der Straße in Kreuzberg ein, in der ich momentan wohne. Ohne die Erwartung, halbwegs interessante Ergebnisse zu erhalten, schaue ich mir selbige an. Besser gesagt: das Ergebnis, es gibt nämlich lediglich ein Video zu meiner Anfrage. Der Titel lautet petit dej … und dann der Name der Straße. Dank meiner Französisch-Kenntnisse erkenne ich darin eine Abkürzung für petit déjeuner (Frühstück). Hmm, denke ich, schaue ich jetzt fremden Menschen beim Frühstücken zu oder gehe ich doch endlich ins Bett. Dann fällt mir jedoch das Synonym desjenigen auf, der das Video ins Netz gestellt hat. Und dieses Synonym kommt mir bekannt vor. Die email-Adresse meines Vermieters aus Paris beinhaltet eben jenes Kürzel. Und das wäre schon sehr verwunderlich, wenn jemand eben dieses (da sehr spezielle) Synonym ebenfalls verwenden würde. Und einige Sekunden später bestätigt sich mein Verdacht: da sitzt doch mein Pariser Vermieter in einer Wohnung in meiner Straße am Fenster und frühstückt. Außerdem gibt es noch zwei weitere Videos aus Berlin von ihm. Ich wusste zwar, dass er oft in Berlin ist und angesichts seiner Tätigkeit als Freelancer bei einer Werbeagentur in der Schweiz auch während meiner Zeit in Paris u.a. in Berlin gelebt hat. Dennoch ist das ein recht bemerkenswerter Zufall, der mir den netten kleinen Franzosen auf sehr sympathische Weise wieder in Erinnerung gerufen hat. Nebenbei ist es die perfekte Geschichte für ein blog. In diesem Sinne: À bientôt.

parisien

Sonntag. Sonne. Kreuzberg. Fast ein bißchen Paris hier nebenan. Und dann kommt Montag. Wenigstens die Sonne ist geblieben.

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le tram

Incroyable! Chapeau! Paris hat eine Straßenbahn! Diese zweifelsohne weltbewegende Neuigkeit musste ich heute morgen lesen. Nachdem die Pariser alle Straßenbahnen vor 60 Jahren zugunsten der doch viel moderneren Automobile aus der Stadt verbannt hatten, feiern sie sie heute als Innovation. tram_paris.jpgDass die Tram allerdings - die gesamte Ampelschaltung ist auf sie ausgerichtet - eigentlich den Verkehr behindert (ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich Anfang des Jahres über die Baustelle der Trasse inmitten der Straße stolperte/kletterte) und dass sie auch nur im äußersten Süden von der Pont Gariglino (15.Arrondissement) über die Cité Universitaire (14.Arrondissement) bis zur Porte d’Ivry (13. Arrondissement) verkehrt, interessiert mal wieder niemanden. Hauptsache Monsieur Chirac weiht das Ding ein. Wenigstens erhielt ich durch den Artikel die numerische Bestätigung dessen, was ich schon lange wusste, nur eben nicht genau: Die Fläche Berlins ist mehr als acht Mal so groß wie die Paris’. Im rückständigen Berlin gibt es übrigens seit 1865 Straßenbahnen. Nur im Westen wurden sie irgendwann weitestgehend abgeschafft. Im Osten nie.

back in web

Es ist vollbracht! Nach monatelanger Abstinenz habe ich es endlich geschafft, ein neues weblog ins Leben zu rufen. Das alte Pariser soll - wie auch damals schon angekündigt - ein in sich geschlossenes Werk bleiben, das ich eventuell später als subsection noch hier integrieren werde.
Dass ich erst Ende des Jahres dazu gekommen bin, mich mit allem für meine neue Vorstellung von blog Notwendigem auseindanderzusetzen, hat verschiedene Gründe. Angefangen hat es mit der WM, einem der dem besten Sommer meines Lebens, der letztendlich erfolgreichen Wohnungssuche, Umzug, gelinde gesagt “IT-Problemen” (wenn ich diesen versatel-Flatrater mal irgendwann erwischen sollte, könnte es gut sein, dass ich mal eine Pazifismus-Ausnahme machen muss) und dann mit meiner neuen vernunft- und ergebnisorientierten Interpretation von Studium. Letztgenannte wird sich in Zukunft allerdings noch stärker ausprägen, so dass ich nicht all zu viel Zeit haben werde, nebenbei Unsinn im Netz zu verzapfen. Dennoch war es mir ein Anliegen, mein unnützes Wissen wieder der Öffentlichkeit preiszugeben. Im Vergleich mit meinem doch eher tagebuchartig geführten “Ex-blog” werden diesmal Abstriche gemacht werden müssen bei der Intimität sowie der Frequenz der Einträge. Es wird natürlich auch um mich gehen, das ist dem unter bloggenden Menschen grassierenden Mitteilungsbedürfnis geschuldet. Jedoch wird es auch einfach um Dinge gehen, die ich in der wirklichen und/oder der virtuellen Welt entdecke und es für angemessen halte, diese mit anderen Menschen zu teilen.
Ich habe mich längere Zeit mit Domains, Datenbanken, Layouts etc. auseinandergesetzt und bin mit dieser Version zum ersten Mal annähernd zufrieden. Da ich nicht noch länger damit warten wollte online zu gehen, kann es also durchaus sein, dass ich später noch an einigen Dingen bis zu meiner endgültigen Befriedigung herumschraube. Ohnehin wird hier alles anfangs ein bißchen “learning by doing” laufen.
Für die des blog Lesens Ungeübte werde ich nach und nach alles erklären. Das Gros sollte sich jedoch von selbst erschließen. Ich empfehle noch einen Blick in das Menü an der Seite. Einige von Euch werden mit den dort verlinkten blogs sicherlich auch ihren Spaß haben. Das soll es dann auch erstmal gewesen sein mit dem ersten Beitrag. Ab sofort gibt es wieder regelmäßig Einträge, die das Leben schöner machen.