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“schafft das, was uns verwehrt blieb”

Mit diesen Worten wünschten Jogi Löw und Oliver Bierhoff den deutschen Handballern erfolgreiches Agieren in Halb- und Finale. Die Handballer taten wie ihnen gewünscht und somit ist Deutschland in der mir als Zuschauer zweitwichtigsten Sportart Weltmeister. Wahnsinn, welch ein Wille und welch eine Tiefe in diesem Team zu stecken scheint. Jeden Rückschlag war man in der Lage zu kompensieren. Alle haben mindestens ein “Spiel des Lebens” gemacht. Und deshalb ist der Erfolg auch verdient.

Ich habe es glücklicherweise auch rechtzeitig zurück zum Finale nach Berlin geschafft. Angesichts der Rückfahrt aus Hamburg gestern nicht selbstverständlich. Bei Kilometer 42,6 (von HH aus gesehen) gab der Motor des Mitfahr-Autos auf und ADAC und Mietwagen etc. nehmen nun mal ihre Zeit in Anspruch. Aber ich war ja vorsorglich einen Tag vorher gefahren. Und wer will nicht Samstag Nachmittage/Abende in Wittenburg oder Schwerin verbringen?

fluchen beim buchen

Wie schön waren doch die Zeiten als ich noch einen sogenannten Dienstausweis mein eigen nennen konnte? Damals - als Zivildienstleistender - war es nicht einmal vonnöten, sich auch nur in irgendeiner Weise vorzubereiten, wenn ich mal den Weg in meine Heimat antreten wollte. Lediglich zum Bahnhof musste ich fahren und in den richtigen Zug einsteigen. “Familienheimfahrt” hieß das und es wurde selbstverständlich ausschließlich der ICE genutzt. Auch, wenn ein anderer Zug früher angekommen wäre, der nächste ICE war es mir immer wert. Heute ist das alles ein wenig anders. Mein Dienstausweis ist lange vergilbt (und in meiner ehemaligen Dienststelle sicher verwahrt, Eingeweihte könnten dies als Präventionsmaßnahme betrachten) und mittlerweile besitze ich nicht einmal mehr eine Bahncard. Das Unternehmen Heimfahrt gestaltet sich daher jedes Mal recht kompliziert. Die vergebliche Suche nach einer direkten Busverbindung in mein Heimatdorfmeine Heimatstadt, die verzweifelte Suche nach einer halbwegs erschwinglichen Bahnverbindung und letztlich die verabscheute Suche nach passenden Mitfahrgelegenheiten. Irgendwie kann ich mich mit dem Status Mitfahrer nicht mehr so recht anfreunden. Das Angewiesensein auf andere Leute, diese nervtötenden Smalltalk-Gespräche in viel zu engen bei Autovermietungen sicher in der Kategorie “mini” zu finden Gefährten, die Halsabschneider von Fahrern (vier Leute in den Polo quetschen und dann 15 Euro vom U-Bhf. Wannsee nach Hamburg U-Bhf. Ritterstraße nehmen). Alles zum Kotzen. Vielleicht hab’ ich das Ganze aber einfach auch schon zu oft gemacht. Dennoch ist es oft die günstigste Möglichkeit von A nach B zu kommen (abgesehen vom Trampen, aber dafür fehlt mir die Zeit). Und manchmal ist es auch gar nicht so schlimm. Diesmal werde ich wohl den Bus nehmen. Dazu muss ich mich zwar recht früh auf den Weg machen (Abfahrt 8h morgens), dafür fährt er fast direkt vor der Haustür ab. Und teurer als die Mitfahrangebote ist es unter Umständen gar nicht. Trotzdem hätte ich gerne meinen Dienstausweis zurück.

Die besseren Erkenntnisse des Wochenendes: einen wunderbaren Einstieg ins Wochenende bekommt man auf einem Weihnachtsmarkt in einem historischen Gebäude (Villa Elisabeth in der Invalidenstraße), auf dem Designer verkaufen (alles 3 bis 33 Euro) und für Essen, Getränke, Geschenke, Optisches und Musik gesorgt ist. Am Freitag abend sogar durch einen Auftritt der Puppetmastaz. Gab’s leider nur dieses Wochenende, wollte ich aber trotzdem erwähnt haben.

Samstags in Berlin findet wohl jeder eine Beschäftigung, die einem den Sonntag versaut. Insofern war da die Party in meiner Ex-WG nur eine der zahlreichen Möglichkeiten. Allerdings muss der Sonntag nicht gänzlich aus dem Kalender gestrichen werden. Denn dank der neuen Regelung der Ladenschlusszeiten in Berlin konnte man bei Dussmann jeden Tag bis 2h nachts und an den Wochenenden vor Weihnachten quasi rund um die Uhr einkaufen. Hammer!

Die letzte Neuigkeit ist eher für die kommenden Wochenenden: Der Tresor macht wieder auf! Der Technotempel der 90er Jahre hat eine neue Location gefunden, ein altes Heizkraftwerk an der Spree bei mir um die Ecke. Und obwohl ich sicher nicht der techno-affinste Typ bin, werde ich mir das mit Sicherheit ansehen, bevor das Ding wieder “für immer” schließt. (via hauptstadtblog)

le tram

Incroyable! Chapeau! Paris hat eine Straßenbahn! Diese zweifelsohne weltbewegende Neuigkeit musste ich heute morgen lesen. Nachdem die Pariser alle Straßenbahnen vor 60 Jahren zugunsten der doch viel moderneren Automobile aus der Stadt verbannt hatten, feiern sie sie heute als Innovation. tram_paris.jpgDass die Tram allerdings - die gesamte Ampelschaltung ist auf sie ausgerichtet - eigentlich den Verkehr behindert (ich kann mich noch gut daran erinnern wie ich Anfang des Jahres über die Baustelle der Trasse inmitten der Straße stolperte/kletterte) und dass sie auch nur im äußersten Süden von der Pont Gariglino (15.Arrondissement) über die Cité Universitaire (14.Arrondissement) bis zur Porte d’Ivry (13. Arrondissement) verkehrt, interessiert mal wieder niemanden. Hauptsache Monsieur Chirac weiht das Ding ein. Wenigstens erhielt ich durch den Artikel die numerische Bestätigung dessen, was ich schon lange wusste, nur eben nicht genau: Die Fläche Berlins ist mehr als acht Mal so groß wie die Paris’. Im rückständigen Berlin gibt es übrigens seit 1865 Straßenbahnen. Nur im Westen wurden sie irgendwann weitestgehend abgeschafft. Im Osten nie.