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Buffalo, NY

Vier Naechte NYC mussten erstmal ausreichen. Ich besteige morgens einen Zug und fahre nach Buffalo. Das sind mehr als acht Stunden Fahrtzeit und man verlaesst nicht mal den Staat New York. Zug fahren ist ziemlich relaxed hier. Abgesehen von der Tatsache, dass man in NYC das Gleis erst zehn Minuten vor Abfahrt erfaehrt.Der gleiche Staat und trotzdem eine komplett andere Welt. Als ich aus dem Zug steige, waehne ich mich in irgendeinem ruhigeren Stadtteil von Buffalo, kaum ein Mensch ist auf der Strasse, die Gebaeude stehen zu grossen Teilen leer, ein bisschen so als waere man im falschen Film. Wie sich spaeter herausstellt, bin ich aber direkt downtown. Nicht zu übersehen bzw. zu überhoeren ist allerdings, dass gerade ein Baseballspiel stattfindet, das Stadion ist direkt neben dem Bahnhof und dort sind vergleichsweise viele Menschen. Scheint also ein nicht gar so schlechtes Spiel zu sein. Ich beschließe, das Spiel anzusehen und mich dem wahren America hinzugeben. Das gelingt schon vor dem Spiel: von dicken Amis, die auf dem Parkplatz vor dem Stadion vor ihrem Auto Burger grillen (mehr Klischee geht wohl nicht), erfahre ich, dass das Spiel gleich erst beginnt und man auf dem Schwarzmarkt günstig Karten bekommt. Ich bringe also schnell meine Sachen ins Hostel und laufe zurück zum Stadion.Und tatsächlich kriege ich fuer 6 $ ein Ticket (Normalpreis 10,50 $), suche und finde meinen Platz, der wirklich gut ist (”I got you ‘good seat, man!”). Ich brauche ein bisschen bis ich das Spiel verstanden habe, schließlich kenne ich Baseball nur vom Wii-Spielen. Die Familie neben mir erklärt mir aber das Nötigste, so dass ich schnell im Bilde bin. Und jetzt stellt euch bitte mich vor: vier Tage USA, in der einen Hand ein Beer, Fries in der anderen, vor mir ein AAA Baseball Game. Ich hatte meinen Spaß! kann ich nur sagen.Der naechste Tag ist verregnet, ich verlege meinen Ausflug zu den Niagara Falls einen Tag nach hinten und verbringe ihn in einer Mall. Soviel zum Thema real America. Abends klären mich die Jungs vom Kino neben dem Hostel darüber auf, warum Buffalo so menschenleer ist und auch das Kino ausser mir nur einen Besucher hat. Früher war Buffalo einmal eine richtig große Stadt, viele Arbeitsplätze, eine “huge black community” und eine Weihnachtsdekoration in den Läden wie sie sonst nur Macy’s in NYC bietet. Heute ist das anders, die Leute sind erst in die Suburbs gezogen (bigger malls, parkings) und dann ganz weg. Die grosßen Fabriken und Arbeitgeber sind aus dem Gebiet verschwunden oder haben drastisch ihre Kapazitäten verkleinert. Keiner weiß, wie es weitergehen soll, wie man die Leute in die Stadt zurückbekommt. “Even I left Buffalo!”, sagt der Chef der Kinoriege zu mir, er war einst Business machen an der Wall Street, jetzt ist er retired und leitet das örtliche Kino.Aber die Chicken Wings sind großartig hier, die wurden nämlich hier erfunden, in der Anchor Bar. Und dahin gehe ich jetzt. Ob das also wirklich stimmt, kann ich dann bald sagen. Dann auch ein kurzer Bericht zu den Niagara Falls. Fotos sind schon online.

Fotos

Hostel

Nachtrag: Die Anchor Bar hat ihrem Namen alle Ehre gemacht. Verwinkelte Räume, die Hauptbar in der Mitte, allerlei Memorabilia an Decken und Wänden. Flatscreens mit College-Football, eine Liveband. Und dann die berühmten Chicken Wings. Auf der Karte gibt es sie in Normal, Medium, Hot, Spicy und Suicide. Um nicht das Risiko einzugehen, nur drei essen zu können, ohne zu sterben (in manchen Läden meinen sie es ja ernst mit Bezeichnungen wie Suicide), nehme ich mal lieber Spicy. Es gibt Single (10 St.), Double (20) und Bucket (50) Portionen. Ich kann ja recht viel essen, also versuche ich mal die Double Version. Was ich vorher nicht ahnte, war, dass zwei Wings hier zusammen beinahe an die Größe eines halben Hähnchens bei uns heranreichen. Insofern schmeckte es bis Nummer 12 super, bei Numero 15 hatte ich eigentlich schon keinen Bock mehr und nach 18 musste ich aufgeben. Too much! Aber lecker.Das wäre somit - vielleicht noch neben der Nähe zu Niagara Falls - der einzige Grund, nach Buffalo zu kommen. Ansonsten ist es dort nur eines: boring.

New York City I

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Ich beginne am Anfang meiner Reise in Berlin Tegel. Der - soweit ich weiss - einzige Direktflug am Tag nach NYC soll meiner sein. In freudiger Erwartung und mit einem kleinen Abschiedsschmerz (immerhin bin ich einige Wochen unterwegs) steige ich ins Flugzeug. Der Flug ist nicht weiter spektakulaer, die Filme sind allesamt schlecht, um mich herum sitzen nur Polen und v.a. Sachsen, denen auch wirklich gar nichts peinlich ist. Und das acht Stunden lang.

In JFK wartet dann die erste kleinere Huerde, die Einreisbehoerde der USA und der Zoll. Einreise ist kein Problem, erst der Mann beim Zoll wundert sich, wie ich einen ganzen Monat lang mit meinem kleinen Rucksack ueberleben will. In dem Moment wundert’s mich ehrlich gesagt auch. Aber ich bin sicher, auf dem Rueckflug habe ich mehr Gepaeck.

Queens

Ich nehme den AirTrain bis Jamaica Station und mache mich von dort zu Fuss auf den Weg zu meinem ersten Hostel. Ich hatte mir das vorher mal bei googlemaps angeschaut und bisher kam ich auch immer ganz gut zurecht mit meinem Orientierungssinn und der Erinnerung an die Karte im Kopf. Das war diesmal auch nur insofern anders, als ich nicht wusste, in welche Richtung ich gehen musste, es gibt naemlich fast nirgendwo Stadtplaene in den Stationen. Nach kurzen Gespraechen mit Kassierern im Supermarkt, einem Securitymenschen und zwei Polizisten, von denen keiner von der Strasse, in der mein Hostel sein sollte, auch nur jemals gehoert haben wollte, fand ich es dann schliesslich alleine. Mein Gefuehl hatte mich auch diesmal nicht getrogen.

Das Hostel und die anderen Gaeste waren locker, es gibt hier sogar einen kleinen Garten und jeder macht sein eigenes Ding. Das ist ja auch genau mein Ding. Das beste an dem Hostel aus meiner Sicht als Entourage-Fan ist allerdings die Naehe zum Queens Boulevard. Den marschiere ich dann abends einmal entlang. Relativ langweilig das Ganze, aber was tut man nicht alles als Fan? Bis auf den von langer Hand geplanten Kauf meiner neuen wasserdichten und stossfesten Kamera passiert auch nichts Aufregendes mehr.
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Den zweiten Tag nutze ich dazu, mir einen Ueberblick ueber New York City zu verschaffen. Die Metro zum Central Park braucht von Queens schon gut 40 Minuten, dann laufe ich alles Moegliche ab. Upper Manhattan, Lower Manhattan, ueber die Brooklyn Bridge nach Brooklyn und wieder zurueck. Times Square, Penn Station, Broadway. Abends esse ich ziemlich schlechte aber billige Pasta in Little Italy und steige erschoepft in mein Hochbett in Queens.

Queens ist - so sehe ich das - besser als sein Ruf. Es ist natuerlich nicht die grosse Weltstadt, die man unter New York versteht. Das ist ausschliesslich Manhattan. Es ist eben ein einfaches Wohnviertel fuer einfache Leute. Es gibt mehr Schwarze, Hispanics und Asiaten als andernorts, das ist auch alles.

Fotos

Hostel

Harlem

Nach der zweiten Nacht in NY ziehe ich mangels freier Kapazitaeten und um auch noch einmal etwas anderes zu sehen, um nach Harlem. Wieder ein Hostel, diesmal alles perfekt organisiert, dafuer nicht so entspannt. Ginge auch gar nicht bei der Groesse. Gekostet hat’s allerdings nur die Haelfte von dem anderen Laden und man ist schon fast in Manhattan.

Die naechsten zwei Tage laufe ich die meiste Zeit durch Manhattan, gucke mir dies und das an und bleibe immer wieder in SoHo oder TriBeCa haengen. Dort ist es einfach am besten. Midtown und Upper Manhattan sind auch schoen, aber langweilig. Teuer ist es ohnehin ueberall (fuer amerikanische Verhaeltnisse).

Ich entdecke viele kleine feine Laeden, Bars, Cafes, Orte und Plaetze, die ich sicherlich in ein paar Wochen wieder besuche, dann vielleicht mal mehr zu einigen speziellen. Ich treffe das erste bekannte Gesicht in Person von Partyspass B., deren Zeit in NYC gerade erst beginnt und die ich auch spaeter wieder treffen werde. Interessant fuer mich ist noch, was man denn so in NYC fuer eine Wohnung bekommt, wenn man 1.500 $ monatlich auf den Tisch legt. Eine Freundin von B. zeigt uns ihr WG-Zimmer. Hmm, schon schoenere Wohnungen gesehen, aber so schlimm ist es auch nicht. Und wenn man auf ein Fenster und eine Tuer zum Wohnbereich verzichten mag, kriegt man das sogar fuer 1.300 $. Ausserdem wohnt man im Nachbarhaus von einem gewissen Tom C. und seiner Frau Katie H., ob das nun gut ist, weiss ich auch nicht. Gut ist jedoch eines in jedem Fall: man ist in New York!

Meine Bleibe in Harlem ist im Endeffekt okay. Harlem ist immer noch zu ca. 98% black, aber Angst braucht man auch dort nicht zu haben. Die Jahre, in denen man sich dort vorsehen musste, sind vorbei.

Fotos

Hostel

Gluecklicherweise ist das erst der erste Teil meiner New York Story. Ich bin noch lange nicht fertig mit der Stadt. Wenn man das denn ueberhaupt irgendwann sein kann …

Abroad

So, nachdem ich nun fast eine Woche in den Staaten bin, finde ich einmal die Zeit und den Ort, um ueber die vielen Dinge zu schreiben, die ich hier bisher so zu sehen bekam.

Der Sinn der ganzen Aktion soll hier kurz Unwissenden dargelegt werden, dann kommt content. Schon lange ist es eine Idee, ein Traum von mir, einfach mal in die USA zu fliegen und mir dieses gigantische Land, das Volk, ja einfach alles zu Gemuete zu fuehren. Der Zeitpunkt - nach meinem Examen - bot sich da an, der aktuelle Dollarkurs tat sein Uebriges. Und so bin ich nun hier, in einem Internetcafe in Buffalo, gerade zurueck von den Niagarafaellen, aber dazu spaeter. Have Fun!